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16. Juli 2012

Neues Konzept brachte viel Spaß

Blasmusik-Open-Air des Musikvereins Harpolingen nach drinnen verlegt / Zuschauer gingen gut mit / Japaner zu Gast.

  1. Kein glückliches Händchen als Dirigent der Trachtenkapelle Herrischried hatte Ortsvorsteher Franz-Martin Sauer - demonstrative Arbeitsverweigerung war die Folge. Foto: hrvoje miloslavic

BAD SÄCKINGEN-HARPOLINGEN. "Wir wollten mal eine neue Note hineinbringen". In der Rückschau könnte die verhalten optimistische Erklärung des Vorsitzenden des Harpolinger Musikvereins Stefan Malzacher im Vorfeld des Blasmusik Open-Airs als ordentliche Untertreibung gewertet werden. Was am Samstag ab 20 Uhr als Blasmusikwettbewerb zwischen der Musikkapelle Mundelfingen, der Trachtenkapelle Herrischried und der Stadtmusik Wehr begann, sollte sich im Laufe des Abends zu einer rauschenden, stimmungsvollen Party entwickeln.

Alles andere als eine Neuauflage im nächsten Jahr wäre verwunderlich. Neu an der Konzeption war weniger die wetterbedingte Verlegung in die Gemeindehalle. Das Publikum selbst sollte diesmal per Votum entscheiden, welcher der drei Musikverein die Nase vorne haben sollte. Man habe sich davon versprochen, den Unterhaltungscharakter mehr in den Vordergrund zu schieben, erklärte Malzacher. Dieses Konzept ist aufgegangen.

Einen besseren Zeitpunkt hätten sich Bürgermeister Alexander Guhl und Wallbachs Ortsvorsteher Fred Thelen gar nicht aussuchen können, als sie gegen 22.30 Uhr mit einer Abordnung der Stadtverwaltung der japanischen Partnerstadt Nagai in der bereits gut "vorgeglühten" Gemeindehalle einmarschierten. Die Stadtmusik Wehr gab eine Kostprobe ihres Repertoires, während die Burschen von der Trachtenkapelle Herrischried mit dem Zimmermanns-Klatsch für Gaudi sorgten. Ein Übriges für die Stimmung getan hatte die Herrischrieder Schwarzwaldmarie Kerstin Burkart, die durch die Zuschauer gegangen war, ohne mit dem Ausschank von Kirschwasser zu geizen.

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Als Malzacher das Wort ergriff, um die Ehrengäste willkommen zu heißen, schien es ihm fast ein wenig unangenehm zu sein: "Da werden sich wieder einige urdeutsche Klischees verhärten", so seine Befürchtung. Der Harpolinger Ortsvorsteher Franz-Martin Sauer gab sich ahnungslos: "Des sind keine Klischees – bei uns isch des so!" Der befürchtete Kulturschock bei den japanischen Gästen blieb jedoch aus. Kaum hatten sich die ersten Polonaise-Schlangen gebildet, waren auch Bürgermeister Shigeharu Uchiya und Stadtratspräsident Mitsuo Gamo mitten im Getümmel auszumachen.

Dass die Stadtmusik Wehr in der Gunst des Publikums knapp vor der Konkurrenz aus Herrischried lag, war am Ende zweitrangig. Die verdienten Sieger unter der Leitung von Joachim Pfläging konnten vor allem durch begeisternde Solo-Einlagen glänzen. Für Begeisterung sorgte etwa eine virtuos-akrobatische Vorstellung von Heiko Schmitz auf dem Xylophon. Auch die lyrisch anmutenden Soloparts von Felix Hauf (Flügelhorn) sowie Harald Vesenmeier (Saxophon) verfehlten ihre berührende Wirkung keineswegs.

Applaus gab es auch für die Leistung der Konkurrenz. Punkten konnte die Trachtenkapelle Herrischried mit humoristischen Einlagen. Leidtragender war der Harpolinger Ortsvorsteher, der, ohne Böses zu ahnen, von Dirigentin Bettina Huber den Taktstock übergeben bekam. Kaum waren die erste Takte gespielt, zeigten sich Auflösungserscheinungen.

Autor: Hrvoje Miloslavic