Konzeptentwurf

Neues Musikerhaus am Güterbahnhof soll Proberaummangel beenden

Simon Langemann

Von Simon Langemann

Fr, 27. Juli 2018 um 14:14 Uhr

Freiburg

Der Verein Multicore hat seinen Entwurf für ein Musikerhaus am Güterbahnhof vorgestellt. Es soll die lokale Musikszene vereinen. Die Kosten für das Projekt werden auf 5,5 Millionen Euro geschätzt.

"Das Ganze kann ein Pionierprojekt werden", sagt Rainer Rieckmann, Vorstandsmitglied von Multicore. Ein neu erbautes Musikerhaus am alten Güterbahnhof, das nicht allein den Proberaummangel beenden, sondern das kreative Potenzial der jungen Stadt fördern soll. Er geht noch weiter: Es sei denkbar, dass das Objekt interessierte Menschen nach Freiburg locke, die sich nicht nur die Solarzellen im Vauban anschauten – sondern auch das Musikerhaus.

Um dieses Vorhaben zu finanzieren, zieht der Verein derzeit drei Optionen in Erwägung: die Stadt als Bauherrin, das Mietshäuser Syndikat als gemeinschaftlicher Träger – oder ein Privatinvestor, dessen Gewinnorientierung jedoch mit erhöhten Mieten einhergehen könnte. Als Ergebnis einer ersten Pi-mal-Daumen-Rechnung für die Baukosten nennt der Verein 5,5 Millionen Euro, wobei es sich dabei um eine Schätzung handle.

40 Proberäume soll das Haus umfassen – und mehr

Einer der Hauptgründe, weshalb der Kulturszene in Freiburg so wenige Räume offen stehen, liegt im Mangel an alten Industriegebäuden. Die Situation verschärfte sich, als 2010 auch die früheren Zollhallen am Güterbahnhof, in denen zahlreiche Proberäume entstanden waren, neu erbautem Wohnraum weichen mussten. In anderen Großstädten lassen sich stillgelegte Fabriken oder auch Luftschutzbunker zweit- oder zumindest zwischennutzen. In Freiburg muss ein Neubau her.

Rieckmann sieht darin eine Chance: "So müssen wir unser Konzept nicht in bestehende Formen pressen."

Immer wieder betont er den "ganzheitlichen Ansatz", den die Initiative verfolgt: Neben insgesamt 40 Proberäumen sollen ein Tonstudio, eine Musikschule mit alternativem Konzept sowie eine Künstlerwohnung zur Unterbringung reisender Bands entstehen. Im Erdgeschoss ist ein Gastronomiebetrieb mit Konzertlocation für bis zu 600 Besucher angedacht.

"Der letztendliche Name wird natürlich Gender-neutral sein. Auch Musikerinnen sind bei uns willkommen." Rainer Rieckmann

Um den Vorstellungen der städtischen Bauverwaltung gerecht zu werden, die sich "ein Multifunktionshaus im südwestlichen Teil des ehemaligen Güterbahnhofgeländes" wünscht, soll das Objekt auch als Quartierstreff für Brühl-Beurbarung dienen. Ein solcher fehlt dem Stadtteil bislang – ebenso wie ein Bolzplatz. Dieser könnte, nach dem Vorbild eines Lebensmittelmarkts in Karlsruhe, auf dem Dach des Gebäudes entstehen.

Der Begriff "Musikerhaus" sei ausdrücklich als Arbeitstitel zu verstehen, sagt Rieckmann. "Der letztendliche Name wird natürlich Gender-neutral sein. Auch Musikerinnen sind bei uns willkommen."

Mehr zum Thema: