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18. Januar 2016 16:32 Uhr

Neubau

Neues SC-Stadion soll "Freiburg-typisch" werden

Es geht voran beim neuen SC-Stadion: Die Stadt Freiburg und der Verein gründen die Stadion-GmbH, die den Bau managen soll. Die Bagger sollen schon im nächsten Jahr anrücken.

  1. Blick zum Wolfswinkel, wo das neue Stadion zur Saison 2019/20 fertig gebaut sein soll. Foto: Schneider Ingo

  2. Marc Boyé, Reinhard Zähringer und Jochen Tuschter führen die Geschäfte der Stadion-GmbH. Foto: Ingo Schneider

  3. Foto: dpa

Die Stadt Freiburg und Sport-Club Freiburg gründen eine gemeinsame Gesellschaft mit dem Namen "Stadion Freiburg Objektträger GmbH & Co KG" (SFG). Die Zustimmung des Gemeinderats in zwei Wochen gilt als Formsache. Noch in diesem Jahr soll das Stadion ausgeschrieben werden. Planung und Bau sollen durch einen "Totalunternehmer" aus einer Hand kommen. "Wir wollen keine Nullachtfünfzehn-Arena, sondern ein Freiburg-typisches Stadion", bekräftigte Baubürgermeister Martin Haag am Montag.

"Wir wollen keine Nullachtfünfzehn-Arena, sondern ein Freiburg-typisches Stadion." Martin Haag
Insgesamt soll das Stadion 70 Millionen Euro kosten und 35 000 Zuschauern Platz bieten. Die neue Gesellschaft SFG, die am 1. April starten soll, wird den Bau des Stadions managen und ist später einmal Eigentümerin und Verpächterin der Arena im "Wolfswinkel". Der Gemeinderat entscheidet am 2. Februar über das Vertragswerk zwischen der Stadt und dem SC zur Objektträger-GmbH. Der SC bringt als sogenannter "atypisch stiller Gesellschafter" eine Kapitaleinlage von 15 Millionen Euro – plus jährlich eine weitere Million Euro für jede Saison, in welcher der SC in der ersten Liga spielt. Die Obergrenze liegt bei 20 Millionen Euro.

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Die Stadt setzt als Sacheinlage das Grundstück ein. Über die neue Gesellschaft informierten Stadt und SC am Montag in einem Pressegespräch. Als weitere Einlage soll die derzeit bei der Messe Freiburg bestehende "stille Beteiligung" der Badischen Staatsbrauerei Rothaus von 12,78 Millionen Euro einfließen. Der Netto-Zuschuss des Landes liegt bei 9,5 Millionen Euro. Zieht man SC-Mindesteinlage, Rothaus-Beitrag und Landeszuschuss ab, dann blieben bis zu 32,7 Millionen Euro, die dann über Kredite finanziert werden müssen.

Die SFG kann als städtische Gesellschaft dabei günstigere Kommunalkredite in Anspruch nehmen, die unter den marktüblichen Zinssätzen liegen. Nach Fertigstellung der Arena wird die SFG das Stadion an den SC verpachten, der dafür einen jährlichen Salär zahlt und alle Unterhaltspflichten trägt. Für die erste Bundesliga wurde ein Pacht von jährlich 3,8 Millionen Euro vereinbart, für die zweite Bundesliga von 2,5 Millionen Euro netto. Wenn später einmal alle Kredite abbezahlt sind, könnte der SC der Stadion kaufen. Das Grundstück bleibt aber immer im Eigentum der Stadt, so der Erste Bürgermeister Otto Neideck.

Aufsichtsrat als Konsensgremium angelegt

Dem Aufsichtsrat der SFG werden zehn Gemeinderäte, der Oberbürgermeister und Baubürgermeister von Seiten der Stadt angehören. Der SC entsendet vier Aufsichtsräte, deren Stimmen dreifach gewichtet werden. Damit besteht eine Parität von je zwölf Stimmen. Bei Abstimmungen mit Stimmengleichheit würde die Stimme des OB doppelt zählen. "Das ist aber nur ein theoretischer Fall", sagt OB Dieter Salomon. Der Aufsichtsrat sei als Konsensgremium angelegt: "Wir haben hohen Einigungszwang."

Drei Geschäftsführer leiten die SFG: Von der Stadt für den technischen Part Reinhard Zähringer, Leiter der Beteiligungsverwaltung in der Stadtkämmerei, und für den technischen Part Jochen Tuschter, Projektleiter für das Stadion im Amt für Projektsteuerung und Stadtentwicklung. Den SC wird Marcel Boyé in der Geschäftsführung vertreten. Er leitet beim SC die Abteilung "Stadion und Organisation".

Planung und Bau sollen aus einer Hand kommen

Einer der ersten Aufgaben der SFG wird die Ausschreibung fürs neue Stadion sein. Gesucht wird ein Bauunternehmer mit Architekt – alles soll aus einer Hand kommen. "Das bietet die größtmögliche Maß an Kostensicherheit", sagt Baubürgermeister Martin Haag. SC-Vorstand Oliver Leki bezeichnete den Vertrag der SFG als Balance der Rechte und Pflichten. Die Zusammenarbeit sei konstruktiv und vertrauensvoll: "Wir kommen Schritt für Schritt voran". Beim SC hofft man, dass im neuen Stadion zur Saison 2019/20 gekickt werden kann.

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Autor: Joachim Röderer