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10. Februar 2012

Diskussion um Rinderstall

Gemeinderat Neuried gibt seine Zustimmung für das Bauvorhaben nur mit Einschränkungen .

  1. Bürgermeister Gerhard Borchert (links) verpflichtet Mathias Beiser auf das Amt als Gemeinderat, er ist für Alexander Rinkel in das Gremium nachgerückt. Foto: Christoph Breithaupt

NEURIED-DUNDENHEIM. Der geplante Rinderstall am südlichen Dorfrand von Dundenheim hat im Gemeinderat am Montag für eine erneute längere Diskussion gesorgt. Letztlich hat der Rat mit großer Mehrheit (bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung) seine Zustimmung gegeben. Er hat sie aber an mehrere Einschränkungen geknüpft. Die endgültige Entscheidung über das Vorhaben liegt beim Landratsamt.

Die vom Rat angeregten Einschränkungen beinhalten zunächst den Vorbehalt, dass das Projekt die zulässigen Geruchs- und Geräuschemissionen einhält. Dieser Punkt wird aber noch vom Landratsamt geprüft. Zum Zweiten knüpfte der Rat sein Einvernehmen an die Bedingung, dass der Stall wegen seiner besonders exponierten Lage am Südrand des Dorfes eine stärkere Eingrünung als bisher geplant erhält (bei 13 Ja-Stimmen, neun Gegenstimmen und drei Enthaltungen). Sieben Gegenstimmen gab es für die Empfehlung, den Tierbestand auf 400 Rinder jährlich zu deckeln. Dies war vom Ortschaftsrat vorgeschlagen und von Ekkehard Kallfaß (FWV) zum Antrag formuliert worden. Fünf Gegenstimmen gab es für die von Ralf Wollenbär (FWV) formulierte Empfehlung, der Landwirt solle 100 Tiere aus dem alten Stall in den neuen verlagern.

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Der geplante neue Rinderstall von Landwirt Theo Rudolf im Kirchweg soll eine Kapazität von 150 Tieren haben. Den vorhandenen Bestand gibt der Landwirt mit 350 Tieren auf das Jahr gerechnet an, künftig sollen es 400 sein. Das Vorhaben wurde im Januar schon vom Rat behandelt und dann nochmals im Ortschaftsrat diskutiert (die Badische Zeitung berichtete). Dort äußerten sich auch einige Anwohner besorgt über das Projekt, sie befürchten eine stärkere Geruchs- und Lärmbelastung. Ortsvorsteher Hans Rudolf berichtete, dass die vom Ortschaftsrat angeregte Teilaussiedlung vom Landwirt aus betriebswirtschaftlichen Gründen abgelehnt werde.

Entgegen dem ursprünglichen Beschlussvorschlag der Verwaltung brachte Bürgermeister Gerhard Borchert den Gedanken ein, die städtebauliche Situation in der Umgebung des Kirchwegs zu prüfen. Es stelle sich die Frage, ob diese noch als Dorfgebiet eingeordnet werden könne oder schon als Wohngebiet zu werten sei. Darüber hinaus seien in der Grünzäsur zwischen Dundenheim und Ichenheim auch landwirtschaftliche Bauvorhaben nur zulässig, wenn sie besonders begründet seien. Beides werde mit Sicherheit durch das Baurechtsamt geprüft. Deshalb wolle er den Beschlussvorschlag abändern und das Einvernehmen nur herstellen bei Einhaltung der Emissionswerte für Wohngebiete.

Dies traf auf den Widerspruch der Räte. Vor allem Wollenbär machte sich für den ursprünglichen Beschlussvorschlag stark: "Was Sie jetzt vorschlagen, ist vorauseilender Gehorsam und im Grunde eine Ablehnung des Baugesuchs durch die Hintertür." Man könne den Bauantrag auch positiv sehen als Verlagerung eines Teils des Tierbestands von den Wohnhäusern weg in Richtung B 36. Thomas Eble (FWV) stellte dann den Antrag, über den ursprünglichen Beschlussvorschlag abzustimmen, dem die große Mehrheit mit den genannten Einschränkungen folgte.

Autor: Hagen Späth