Naturschützer lehnen Abweichung vom Grünzug ab

Hagen Späth

Von Hagen Späth

Do, 15. März 2018

Neuried

Die BUND-Ortsgruppe Neuried ist gegen die Erweiterung von Basic nach Süden und schreibt ans Regierungspräsidium Freiburg.

NEURIED. Die Ortsgruppe Neuried des Bundes für Naturschutz und Umwelt (BUND) lehnt das angestrebte Zielabweichungsverfahren zur Erweiterung von Basic nach Süden ab. In einer Stellungnahme an das Regierungspräsidium schreibt der BUND: "Wir halten eine Abweichung für nicht erforderlich und auch für rechtlich nicht genehmigungsfähig."

Der Abschluss des notwendigen raumordnerischen Vertrags mit dem Regionalverband war gestern Abend Thema im Gemeinderat (über die Entscheidung werden wir berichten). Hintergrund ist der Ansiedlungswunsch der Firma Graf mit Sitz in Teningen, die dort Kleinkläranlagen vorwiegend für den französischen Markt herstellen will. Das interkommunale Gewerbegebiet Basic soll dafür um 10,4 Hektar nach Süden über die L 98 hinaus erweitert werden. Dazu ist eine Abweichung vom regionalen Grünzug erforderlich.

Laut Vertragsentwurf mit dem Regionalverband, der auf der Homepage der Gemeinde einsehbar ist, wird als Kompensation dafür das Sondergebiet bei der Biogasanlage um 6,2 Hektar verkleinert sowie eine gewerbliche Fläche von 1,3 Hektar östlich der Eschauer Allee aus dem Flächennutzungsplan herausgenommen. Darüber hinaus verpflichtet sich die Gemeinde, den international bedeutsamen Biotopverbund zwischen den Waldgebieten Unterer Wald im Westen und Äscher/Brandau beziehungsweise der Schutter im Osten dauerhaft zu sichern und von einer Bebauung freizuhalten.

Unter anderem geht es dabei um einen Wildtierkorridor, zu dessen Ausbau sich die Gemeinde verpflichtet hatte, und dafür 3,5 Hektar an Flächen für den Biotopverbund neu zur Verfügung stellen soll.

Dem BUND genügt der Biotopausgleich nicht

Nach Auskunft von Hauptamtsleiter Josef Lieb handelt es sich dabei um eine ganze Reihe von Vorhaben, die von der Forstlichen Versuchsanstalt in einem wildtierökologischen Gutachten vorgeschlagen werden. Lieb: "Es geht vor allem um die Herausnahme von landwirtschaftlichen Flächen aus der Bewirtschaftung zur Schaffung von Wiesen oder um Pflanzungen entlang von Gräben."

Für den BUND ist das nicht ausreichend: "Eine solche Maßnahme wäre eigentlich nur nachvollziehbar, wenn das Vorhaben an keiner anderen zumutbaren Stelle umgesetzt werden könnte oder wenn es sich um einen wichtigen Beitrag zur Daseinsvorsorge handeln würde. Beide Ausnahmegründe liegen nicht vor", schreibt BUND-Vorsitzender Siegfried Schaub in der Stellungnahme. Der Ausgleich für den Wildkorridor und die dortigen Biotope sowie die Ausgleiche Boden, Landschaft und Artenschutz könnten nicht als Ersatz für den beschädigten Grünzug gesehen werden.