Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
03. Februar 2012
Nein zu einem offenen Stall
Dundenheims Ortschaftsrat hält geplanten Standort in der Kirchstraße für unangemessen.
NEURIED-DUNDENHEIM. Mit der großen Mehrheit von sieben Stimmen bei zwei Enthaltungen hat der Ortschaftsrat am Mittwochabend beschlossen, dem Bauantrag eines Landwirts auf Neubau eines offenen Rinderstalls nicht zuzustimmen. Der Standort in der Kirchstraße am Dorfrand wird als nicht angemessen angesehen. Stattdessen sprach das Gremium die Empfehlung aus, mit dem Landwirt nochmals Gespräche zu führen, um ihn zu einer Teilauslagerung zu bewegen. Sollte dies nichts fruchten, wird eine Deckelung des Bestands empfohlen.
Bauamtsleiter Herbert Treyer hatte den Bauantrag von Landwirt Theo Rudolf, der zuletzt vom Gemeinderat zurück an den Ortschaftsrat überstellt worden war, nochmals erläutert. Der Landwirt plane einen Freilaufstall für 150 Rinder an seinem jetzigen Standort zwischen Kirchstraße und B 36, sagte Treyer. Der jährliche Durchlauf betrage jetzt 350 Tiere, nach dem Neubau 400. Es sei also nur eine leichte Erhöhung der Zahlen geplant. Der Ausbau geschehe hauptsächlich aus den gestiegenen Ansprüchen an die Tierhaltung und den Flächenbedarf.Werbung
Treyer machte deutlich, dass die Gemeinde das Vorhaben nur aus städtebaulicher Sicht beurteilen dürfe. Sie könne zwar darauf hinweisen, dass die Bestimmungen zu Geruchs- und Geräuschemissionen einzuhalten seien. Die Entscheidung falle letztlich aber im Landratsamt. Besondere öffentliche Belange liegen seines Ermessens hier nicht vor.
Dies war unter anderem in der vorgezogenen Frageviertelstunde, in der mehrere Anwohner ihre Bedenken geäußert hatten, angeführt worden. Ein Zuhörer betonte, dass es um die 30 Einwendungen gegen das Vorhaben und erhebliche Befürchtungen hinsichtlich der Geruchs- und Lärmbelästigungen gebe.
Ortsvorsteher Hans Rudolf führte aus, dass dies genau vom Landratsamt geprüft werde. Es könne ja auch sein, dass sich die Situation durch den neuen Stall sogar verbessere. In der Diskussion der Räte wurde durch die Beiträge von Hans Mild, Ekkehard Kallfaß und Thorsten Fleckenstein (alle FWV) schnell deutlich, dass das Gremium für eine Teilaussiedlung plädiert. Sollte dies nicht zustande kommen, solle wenigstens auf eine Deckelung des jährlichen Bestands von 400 Tieren hingewirkt werden, formulierte es Kallfaß. Einzig Martin Sunderer (CDU) schätzte die Sache so ein, dass eine Auslagerung schon aus betriebswirtschaftlichen Gründen wohl unrealistisch sei.
Wie die Stellungnahme der Gemeinde letztlich aussehen wird, entscheidet sich am nächsten Mittwoch im Gemeinderat. Theo Rudolf hatte die Diskussion im Ortschaftsrat mit großem Interesse verfolgt, war aber vom Gremium nicht zu seinem Bauantrag befragt worden. Gegenüber der BZ äußerte Rudolf große Vorbehalte zu dem Vorschlag des Rates auf eine Teilauslagerung. Dies sei aus einer ganzen Reihe von betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht sinnvoll. Wenn er den Stall auslagere, müsse er ihn wesentlich größer bauen und einen Betriebshelfer einstellen.
Die von einem Anwohner geäußerte Furcht, es könne durch den neuen, oben offenen Güllebehälter zu einer solchen Geruchsbelästigung kommen wie bei dem Betrieb an der Rohrburger Mühle entkräftete Rudolf mit dem Argument, dass dort Schweinehaltung betrieben werde, das sei mit Rinderhaltung nicht zu vergleichen.
Auch der Ortsvorsteher hatte zuvor schon deutlich gemacht, dass der Behälter dem neuesten Stand der Technik entspreche: "Da bildet sich oben eine Schwimmdecke, das riecht kaum."
Autor: Hagen Späth
