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04. Februar 2012
SCHNOOGELOCH: Im Ewwerdorf
Das Kusinentreffen an Dreikönig hatte sich das Lina fest vorgenommen. Doch die gebrochene Hüfte fesselte sie erst ans Bett – und dann konnte sie nicht mal mehr die Socken fertigstricken und verschenken. Kurz vor Weihnachten starb sie. Sie fehlte am Tisch, und man erinnerte sich: "Es isch uff de Feschter immer d’Letscht gsin, au wenn si nur still zueghorcht het", sagte die eine Kusine. "Un es het niä bloogt, dass mer wirklig heim sotte", meinte die andere. "Komisch", überlegte die dritte, "dass vun de Verwandtschaft im Ewwerdorf alli um Wihnachte rum sterwe", und nannte zum Beweis drei Namen. Dann schaute sie zur Kusine, die im Oberdorf aufgewachsen war und sich von der Tochter von außerhalb hatte herfahren lassen. "Ich gib Eych Ewwerdorf!", entrüstete sie sich. "Ich bin zwar nit gsund – awer schun lang furt!" Bei der Heimfahrt freute sich die Tochter immer noch. Mutters Spruch "S’bescht wär’, wenn i ball sterbe dät", dürfte nun Sendepause haben.
Statt in Zahlen will Rechnerin Christa Maurer künftig in der Erde wühlen. Die Meißenheimer Pensionärin in spe freut sich drauf – mit einem Grinsen quittierte sie die Entscheidung des Gemeinderats, ihr einen 0,92 Ar großen Garten im Oberried zu verpachten. Offizieller Pachtzins: 2,51 Euro. "Jährlich oder täglich?" fragte ein Gemeinderat amüsiert. Jährlich, so die Auskunft des Bürgermeisters, ebenso der Meinung, dass der Satz vielleicht erhöht werden sollte. "Pacht hin oder her", wird sich Rechnerin Maurer denken, "eigenes Gemüse ist auf jeden Fall ein Gewinn."
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Autor: ude
