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05. Oktober 2010

Nicht alltägliche Wallfahrt

Eine Abordnung der Narrenzunft aus Todtnau nahm den anstrengenden Fußmarsch auf sich.

  1. Mitglieder der Narrenzünfte aus Todtnau und Todtmoos trafen sich beim „Tor zum Wehratal“ um bei einer außergewöhnlichen Wallfahrt Kontakte zu knüpfen. Foto: Andreas Böhm

TODTMOOS. Eine ganz besondere Pilgergruppe machte sich am Samstag auf den Weg vom oberen Wiesental in den Wallfahrtsort Todtmoos. Eine Abordnung der Narrenzunft aus Todtnau, mit Oberzunftmeister Jürgen Wehrle an der Spitze, nahm den anstrengenden Fußmarsch über den Weißenbachsattel auf sich.

Nachdem das 150-jährige Jubiläum der Narrenzunft Todtnau mit dem großen Narrentreffen im Januar 2010 so reibungslos "über die Bühne ging", entschlossen sich die Verantwortlichen als Dank spontan zu dieser Wallfahrt. Auf der Passhöhe, beim "Tor zum Wehratal" angelangt, wurden die Teilnehmer bereits von einigen Mitgliedern der Todtmooser Narrenzunft erwartet. Zur Begrüßung und als kleine Stärkung vor dem Abstieg nach Todtmoos gab es für alle ein Gläschen Sekt. Das Gugge-Ensemble sorgte für den richtigen Ton.

Gemeinsam machte man sich dann auf den Weg ins Todtmooser Tal. Nach einer Kaffeepause im Pfarrzentrum wurden die Pilger aus dem Wiesental zum Gottesdienst in der Wallfahrtskirche erwartet und von den Pauliner-Patres begrüßt. Die Zunft der Todtmooser Lebküchler, die in den Sommermonaten einen Wallfahrtsstand betreut, machte nach dem Gottesdienst für die Todtnauer Pilger eine "Notöffnung" ihres Standes. Denn auch für die Narren aus Todtnau ist es ein unbedingtes Muss: der Erwerb eines original Todtmooser Lebkuchens, auch Pilgerbrot genannt, als Mitbringsel für zu Hause. Nachdem alle offiziellen "Verpflichtungen" erledigt waren, trafen sich die Narren aus dem Wiesen- und dem Wehratal zu einer geselligen Runde mit zünftigem Vesper im Pfarrzentrum. Als Gastgeschenk hatte Oberzunftmeister Jürgen Wehrle, im wahren Leben übrigens ein Konfitürenkoch, einen eigens für diesen Anlass kreierten Prosecco-Gelee mitgebracht. Noch eine weitere Überraschung hatten die Todtnauer im Gepäck. Bekanntlich hatte die Todtmooser Narrenzunft ihre Teilnahme am Jubiläums- Narrentreffen in Todtnau kurzfristig wegen Straßenglätte abgesagt. Um künftig den Narren aus dem Wehratal den Weg über den Hochkopf zu erleichtern, hatte Jürgen Wehrle einen Satz Schneeketten und ein Säckle Streusalz, für den Einsatz im Notfall, mitgebracht: "Von unserer Seite aus haben wir alles menschenmögliche getan, damit ihr das nächste mal sicher nach Todtnau kommt", so der humorvolle Kommentar des Todtnauer Narren-Chefs.

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Autor: Andreas Böhm