Nicole Bianchet malt die Waldeinsamkeit

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Von wß

Fr, 30. März 2012

Waldkirch

Großformatige Bilder der in Holland lebenden Künstlerin ab Sonntag im Georg-Scholz-Haus.

WALDKIRCH. Nicole Bianchet wird ab Sonntag im Georg-Scholz-Haus anstelle von Petra Göhringer, die aus familiären Gründen absagen musste, ausstellen. Mit ihren großformatigen Bildern, durchweg auf Sperrholztafeln bemalt und bearbeitet, bietet sie eine besondere Begegnung mit integrierter Malerei und Bearbeitung an. Daneben stellt sie eine ganze Reihe Gesichter aus, Porträts voll "Entrücktheit", voll leerem Blick, ja dämonisch.

"Waldeinsamkeit" – ein Begriff aus der Zeit der Romantik – und eine Traumwelt stellen auch ihre Bilder dar. "Die Realität ist eine Fiktion", sagt sie vor dem großen Bild, das eine Wand im Obergeschoss einnimmt. Das "Zurück zur Natur" ist für Nicole Bianchet ein Prinzip und ihre "Bildernatur" spiegelt Emotionen wider. "Die Bilder wirken zwar wie eingefroren", sagt die Künstlerin, "aber unter der Oberfläche wabern sie und man befindet sich mitten in einem magischen Wunderland". Und die Bilder von Nixen und Faunen, von Märchenwesen gehörten zu einer "Waldeinsamkeit" dazu.

Ihre Technik des Grundierens, Schneidens in die Sperrholzplatte, das Einfärben der herausgeschnittenen Formen, die Kontrastfarbe will sie den Besuchern der Vernissage am Sonntag selbst erklären. Emotionale Landschaften ohne Menschen hat sie geschaffen, von der Natur inspiriert, aber "geboren aus der Landschaftsverbundenheit".

In Los Angeles geboren, kam Nicole Bianchet im Alter von drei Jahren in den Schwarzwald, in die Heimat ihrer Mutter. Nach Grundschul- und Gymnasiumsbesuch in Waldkirch begann sie nach dem Abitur ein Doppelstudium in Karlsruhe. Neben einer klassischen Gesangsausbildung studierte sie Malerei an der Kunstakademie. Seit 2002 lebt sie, "des fantastischen Lichtes wegen" in Holland, hat aber auch ein Atelier in Berlin. Zahlreiche Stipendien und Preise erhielt sie in England, in den USA, den Niederlanden, aber auch in Baden-Württemberg und in Berlin.

Info: Die Einführung in die Ausstellung hat Stefan Tolksdorf übernommen, die "Klangfarben" liefert mit Folksongs die Künstlerin selbst. Ausstellungseröffnung: Sonntag, 1. April, um 11 Uhr. Dauer: Bis Sonntag, 6. Mai. Öffnungszeiten: Donnerstag, Freitag, Samstag von 15 bis 18 Uhr, Sonn- und Feiertag von 10 bis 13 Uhr. Am Montag, 2. April, 20 Uhr: Kunstgespräch mit Nicole Bianchet,