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04. Juni 2012
Niersbach will Störer nicht mehr tolerieren
DFB-Präsident kündigt harte Gangart gegen extreme Fans an.
BERLIN (dpa). DFB-Chef Wolfgang Niersbach hat sich für den Erhalt der Stehplätze in deutschen Fußballstadien ausgesprochen und Störenfrieden erneut den Kampf angesagt. "Das ist so sinnlos. Das sind einfach Störer. Das werden wir nicht mehr hinnehmen. Es wird eine Null-Toleranz-Politik in dieser Richtung geben", sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Samstagabend im ZDF-Sportstudio.
Das Problem der Sicherheit habe auch für ihn und den DFB Priorität, diese Herausforderung könne aber keiner allein bewältigen. "Das ist unsere große Gemeinschaftsaufgabe, die wir im deutschen Fußball jetzt haben: DFB, Ligaverband, DFL und vor allen Dingen auch die Vereine." Noch vor Saisonbeginn soll mit den Präsidenten der drei ersten Ligen und Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) über akute Maßnahmen beraten werden. Friedrich hatte mit seinen Ressortkollegen aus den Ländern kürzlich bei der Innenministerkonferenz schon über das Vorgehen gesprochen. Niersbach warnte davor, die Probleme von Gewalt und Pyrotechnik in den Stadien "klein oder schön zu reden. Wir haben eine Situation, die schon ein Stück bedrohlich ist". Der DFB-Präsident setzt allerdings darauf, "dass ein Selbstreinigungsprozess stattfindet, dass die Störenfriede einfach ausgegrenzt werden".
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Bei Sanktionen forderte der 61-Jährige eine klare Linie mit Blick auf die kommende Saison. "Wenn im Stadion A Dinge toleriert, erlaubt werden, die im Stadion B verfolgt werden, dann haben wir schon verloren", sagte Niersbach. In der Debatte dürfe es keine Tabus geben. "Wir haben auch eine klare Position in Bezug auf die Stehplätze: Wir möchten sie erhalten", versicherte der Fußball-Chef. Es könne aber auch sein, dass man von der Politik zur Abschaffung gezwungen werde. "Wir sind noch nicht an dem Punkt", sagte Niersbach, "aber wir sind möglicherweise nahe dran." Tatsache sei, dass die "unliebsamen Dinge, die in den Stadien passieren, zu 95 Prozent, 98 Prozent von den Stehplätzen ausgehen". Stehplätze in deutschen Fußballstadien seien ein Stück Kultur. "Aber es ist keine Kultur, Pyrotechnik abzuschießen. Das haben wir 50 Mal, 60 Mal, 100 Mal betont", erläuterte der Präsident. Zugleich solle der Dialog mit den Fans fortgesetzt werden.
Autor: dpa



