Rheinfelden

Noch Verbesserungspotenzial beim Verkauf von Alkohol an Jugendliche

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 12. Dezember 2018 um 17:13 Uhr

Rheinfelden

Bei 17 Alkoholtestkäufen durch Jugendliche in Rheinfelden wurde fünfmal gegen das Jugendschutzgesetz verstoßen

Bei den jüngsten Alkohol-Testkäufen durch Jugendliche zeigte sich, dass die Aufklärungsarbeit zum Thema in den Geschäften teils wirkt, aber auch, dass noch Verbesserungspotenzial herrscht. Bei 17 Testkäufen erhielten die jugendlichen Testkäufer fünfmal brandweinhaltige Getränke, also fast in jedem dritten Laden. In zwölf Fällen wurde ihnen der Verkauf verweigert – wie es sein soll.

Gemeinsam mit dem Polizeirevier Rheinfelden führte das Ordnungsamt der Stadt in Zusammenarbeit mit der "Villa Schöpflin" in der vergangenen Woche Alkoholtestkäufe in Rheinfelden, Herten und Schwörstadt durch. Zwei Teams waren in insgesamt 17 Supermärkten, Tankstellen und Getränkemärkten unterwegs. Dabei waren immer zwei Jugendliche zusammen unterwegs, die ein branntweinhaltiges Getränk zu kaufen versuchten. Die Testkäufer waren im Alter zwischen 16 und 18 Jahren. Begleitet wurden die Jugendlichen durch eine Fachkraft der Villa Schöpflin, die im Anschluss an die Kaufversuche bei den Verkäufern Aufklärungsarbeit leistete. In der anderen Gruppe war dafür jemand von der Polizeibehörde dabei. Das Ordnungsamt und ein Polizist in Zivil waren in allen Fällen auch dabei.

Bei Verstößen droht ein Bußgeld

Wie der stellvertretende Revierleiter Bernhard Weis im BZ-Gespräch informierte, ist die Anwesenheit der Polizei vonnöten, um im Fall eines Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz die Personalien der Verkäuferin oder des Verkäufers aufzunehmen. Ein solcher Verstoß gelangt nämlich zur Anzeige. Zudem wird durch die Ortspolizeibehörde ein Bußgeld ausgesprochen, das sich gewaschen hat: 300 Euro werden fällig, wenn eine Verkaufskraft entgegen dem Jugendschutzgesetz handelt und Alkohol an zu junge Käufer abgibt. Hat sogar der Inhaber des Geschäftes als selbständige Person den Alkohol abgegeben, werden gar 1000 Euro fällig. Beide Gruppen können den Betrag halbieren, indem sie eine Sonderschulung zu der Thematik belegen. Weis: "In allen beanstandeten Fällen hatten die Verkäufer den Ausweis verlangt, den Alkohol aber trotzdem verkauft." Nach der Ansprache hätten alle angegeben, sich verrechnet zu haben. Dafür, dass die Alkoholtestkäufe seit 2016 zwei Mal im Jahr durchgeführt würden, sei die Quote der Verkäufe noch recht hoch, so der stellvertretende Revierleiter. Dies könne an Personalwechseln liegen. "Wir sind bestrebt, dieses Ergebnis noch zu verbessern", so Dominic Rago, Leiter des Ordnungsamtes zur Quote. Das erklärte Ziel aller Beteiligten sei langfristig das Erreichen einer "Null-Verkaufsquote".