Streit ums Geld

Notärzte im Hotzenwald stellen den Dienst ein

Katja Mielcarek

Von Katja Mielcarek

Di, 26. Juni 2012 um 21:31 Uhr

Südwest

Die Verhandlungen zwischen den Bereichsnotärzten im Kreis Waldshut und den Krankenkassen zur Vergütung der Notarztdienste sind gescheitert. Das hat Folgen: Die Bereichsnotärzte stellen den Dienst ein.

Nach Auskunft ihres Verhandlungsführers Olaf Boettcher aus Herrischried wird das bereits am Sonntag, 1. Juli, der Fall sein. Das hat vor allem für Teile des Hotzenwaldes gravierende Folgen, wo es eine Versorgungslücke geben werde, wie Boettcher und Dietmar Wieland, Geschäftsführer der AOK Hochrhein-Bodensee, übereinstimmend formulierten.

Mehr Rettungshubschrauber im Einsatz

Über die Straße sind die meisten Bereiche der Region von den umliegenden Krankenhäusern kaum innerhalb der Hilfsfristen zu erreichen. Stattdessen werde man verstärkt auf den Einsatz von Rettungshubschrauber setzen, kündigte Wieland an. Zukünftig müssten die Helikopter da, wo kein Bereichsnotarzt zur Verfügung steht, zu jedem Notarzteinsatz gerufen werden.

Im schon seit Jahren schwelenden Konflikt zwischen Ärzten und Krankenkassen geht es um die Vergütung der Notarztdienste. Die Bereichsnotärzte fordern eine Gleichbehandlung mit den Krankenhausärzten. Letztere bekommen eine Bereitschaftspauschale von 480 Euro pro Tag, die Bereichsnotärzte nur von maximal 340 Euro. Im März hatte die Kassenärztliche Vereinigung in Baden-Württemberg die Rahmenvereinbarung mit den Kassen zum 30. Juni gekündigt und den Ärzten geraten, vor Ort eine individuelle Vergütung auszuhandeln.

Im Landkreis Waldshut sind diese Verhandlungen nun gescheitert und im Hotzenwald darf in der nächsten Zeit verstärkt mit Flugverkehr gerechnet werden.

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