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Heinrich Fehrenbach

Von Heinrich Fehrenbach

Do, 28. Dezember 2017

St. Märgen

Trachtenkapelle St. Märgen nimmt die Besucher des Weihnachtskonzerts mit auf eine Reise zu wichtigen Ereignissen.

ST. MÄRGEN. Mit Pauken und Trompeten, Klarinetten, Saxophon und weiteren Instrumenten bot die Trachtenkapelle St. Märgen einen Melodienstrauß bei ihrem Weihnachtskonzert am Stephanstag zum Thema: "Ereignisse musikalisch in Szene gesetzt".

Bevor jedoch Alois Huber den Dirigentenstab in die Hand nahm, hatten die 20 Jungmusiker ihren ersten Auftritt. Hannah Löffler und Stefanie Rohrer wechselten sich am Dirigentenpult ab. Mit dem "Prager Tanz" wurde das Programm eröffnet. Es folgte "Der lustige Winzer", ein kleiner Marsch, der den Winzern gewidmet ist. In einer Straußenwirtschaft ist die Stimmung heiter. Dabei gibt es den einen oder anderen leichten "Schwips", der bei dem Stück auch zu hören war.

Das nächste Stück hatte den Titel "Shake, Rattle And Roll", ein Klassiker in einem Arrangement speziell für junge Musiker. Sauber gespielt wurde anschließend eine bekannte Melodie aus dem Abba Musical "Mamma Mia". Ohne Zugabe durften die Jungmusiker jedoch die Bühne nicht verlassen. "Just Give Me a Reason" von Pink spielten die Nachwuchsmusiker als Zugabe.

Die Trachtenkapelle St. Märgen unter Leitung des Dirigenten Alois Huber begann ihren Auftritt in der bis auf den Platz besetzten Schwarzwaldhalle mit der von Markus Götz komponierten festlichen Weihnachtsmusik "O Sanctissima." "Fröhliche Weihnacht überall" und "O du fröhliche" waren in diesem Stück deutlich herauszuhören.

Dominik Löffler und Jana Faller führten durch das Konzertprogramm und erläuterten vor jedem Programmpunkt das jeweilige Ereignis, welches zum Inhalt des Musikstückes gehört. Auf einer Videoleinwand wurden zudem die zum Thema entsprechenden Fotos gezeigt.

In einem musikalischen Bilderbogen wurden Impressionen aus der Gegend um St. Märgen mit dem Stück "Silva Negra" musikalisch kommentiert. Das Werk "Silva Nigra" wurde von Markus Götz im Jahr 2007 aus Anlass des 125-jährigen Jubiläums der Trachtenkapelle St. Märgen komponiert. Das nächste Stück "Tirol 1809" von Sepp Tanzer, beinhaltete den Tiroler Volksaufstand von 1908.
Es war eine Suite für Blasorchester in drei Sätzen. Der erste Satz galt dem Aufstand. Dem Freiheitskampf Kampf am Berg Isel war der zweite Satz gewidmet. Der Schlusssatz gibt den vertonten Siegesjubel wieder.

Die Reise durch die Zeitgeschichte wurde mit dem Stück "Hymne und Triumphmarsch" aus der Oper Aida fortgesetzt. Die Uraufführung fand im Dezember 1871 in Kairo statt. Die Handlung spielt in Ägypten zur Zeit der Pharaonen.

Am 19. September 1991 wurde in den Ötztaler Alpen am Tisenjoch eine mumifizierte Leiche eines Mannes gefunden. Kleidungsstück und Waffen waren ziemlich gut erhalten. Der Österreicher Naturfilmer Kurt Mündel hat das Leben dieses Mannes nachkonstruiert und einen Film gedreht, beruhend auf Fakten, wie es damals hätte sein können. Der Komponist Otto M. Schwarz nahm diese Dokumentation zum Anlass, ein Werk für symphonisches Blasorchester zu schreiben, um den "Mann aus dem Eis" musikalisch wieder auferstehen zu lassen. Deshalb der Name des weiteren Musikstücks "Man in the Ice".

Es folgte "Glasnost" von Dizzy Stratford. Eine Komposition, welche die Geburt des neuen Russland in der Zeit von Michail Gorbatschow mit seiner neuen Offenheit in öffentlichen Angelegenheiten verkörperte. Glasnost ist eine moderne Vision der russischen Musik.

Mit "The Show must go on" ein im Oktober 1991 veröffentlichtes Lied der englischen Rockband, Queen und ihres charismatischen Sängers Freddie Mercury wurde ein weiteres Ereignis musikalisch dargeboten. Mit "Glenn Miller in Konzert" wurde das weihnachtliche Konzert beendet.

Dirigent und Musiker durften jedoch die Bühne am Ende des regulären Konzertprogramms nicht gleich verlassen. Der langanhaltende Beifall wurde daraufhin noch mit drei schwungvollen Zugaben belohnt. Mit "Prinz Eugen", dem schmissigen "Radetzky-Marsch" und nochmals einem Stück von "Glenn Miller".

Melanie Goldschmidt Vorstandssprecherin der Trachtenkapelle, die die Gäste zu Beginn des Abends begrüßt hatte, bedankte sich nach dem gelungenen Konzert bei Dirigent Huber und den Musikkameraden. Sie war erfreut, dass Jule Stöhr und Lioba Schlegel an der Klarinette und Vanessa Dold an der Querflöte, ihren ersten öffentlichen Auftritt in der Gesamtkapelle mit Bravour gemeistert haben.