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14. November 2008

Der Spuk soll schnell vorbei sein

Polizei und Kreisordnungsamt in Alarmbereitschaft wegen NPD-Aufmarsch am Panzergraben.

RHEINAU (obe). In Alarmbereitschaft sind am Volkstrauertag kommenden Sonntag wieder Polizei und Ordnungsamt des Kreises in Rheinau. Ein rechter NPD-Aufmarsch wird wieder mit Kranz zum "Ehrenmal Panzergraben" ziehen; was die linksextreme Antifa-Gruppierungen angeht, wurde nichts bekannt. Die Behörden rechnen nicht mit einer Konfrontation der beiden Lager. Nachdem 2007 keine Eskalation am Panzergraben zu verzeichnen war, will die Polizei laut Sprecher Gerold Müller von der Direktion Offenburg diesmal "nicht so groß auffahren".

"Je mehr Polizei, desto stärker wollen die Gruppen ein Gleichgewicht schaffen", erklärt Müller. Das "Machtspiel" in Rheinau zum Volkstrauertag habe sich leider in den vergangenen Jahren hochgeschaukelt. Dafür seien die Links- und die Rechtsextremen selbst verantwortlich. "Da müssen wir auch hin", heiße es in den einschlägigen Kreisen, wenn ein "Treff" wie in Rheinau einmal auserkoren ist.

Er erinnert sich noch, wie in den 90ern "ein paar greise Altvordere gekommen sind und wieder weg". Natürlich werde man ein wachsames Auge haben, kontrollieren. Bei Verstößen "kann es bis zur Auflösung der Versammlung gehen".

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Aus verständlichen Gründen gibt es keine Angaben zur am Sonntag anrückenden "Polizeikraft". Man sei jedenfalls vorbereitet. "Wir haben auch Gefahrenanalyse gemacht." Ordner seien von Linken und Rechten zu stellen, und durch strenge Auflagen hofft man darauf, der Sache "Brisanz zu entziehen".

Für die Auflagen ist das Landratsamt als Genehmigungsbehörde zuständig, bei der die NPD ihr "Heldengedenken" anmelden musste. "Wir haben praktisch drei Veranstaltungen an diesem Tag in Rheinau", erklärt der zuständige Kreisdezernent Michael Loritz, der am Sonntag auch vor Ort sein wird: Morgens die Kranzniederlegung einer Abordnung der Stadt und Vereine zum Totengedenken gegen 11.30 Uhr am Panzergraben – dies geschieht nach dem Gottesdienst um 10 Uhr in der Georgskirche zu Freistett und einer kleinen Gedenkfeier auf dem Freistetter Friedhof. Bereits gegen 12 Uhr wird der NPD-Aufmarsch erwartet.

"Die kommen im Block", so Loritz. Bis
14 Uhr müsse der rechte "Auftritt" zu Ende sein, die eigentliche Veranstaltung dauere aber nur etwa 30 Minuten. "Der Spuk soll möglichst schnell vorbei sein", wünscht sich der Dezernent. Außerdem organisiert das Rheinauer Bündnis "Bunt statt braun" noch Aktionen. Verharmlosen dürfe man laut Dezernent Loritz den rechten Treff auf Aufruf der NPD nicht. Wenngleich die Anzahl geringer als befürchtet ausfallen werde.

"Die, die kommen werden, sind echte Rechte."

Nachdem als Höhepunkt anlässlich des NPD-Landesparteitags 2006 auch das gesamte Elsass mobilisiert werden sollte, "bröckelt es schon wieder". So viele würden die Rechten am Sonntag keinesfalls zusammenbekommen. "Die anfänglich angemeldeten 150 bis 200 Teilnehmer wurden reduziert." Man rechne mit weniger als hundert. Dennoch sei der Ton bei den Kooperationsgesprächen mit den NPD-Organisatoren "härter und fordernder geworden". Diese hätten durchsetzen wollen, dass der Marsch zur Veranstaltung gehört – abgelehnt. "Die, die kommen werden, sind echte Rechte – großteils junge Marschierer aus dem Raum Karlsruhe und dem Elsass", verdeutlicht Loritz. Man werde die Auflagen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln durchsetzen.

"Vergangenes Jahr haben bestimmte Sachen nicht geklappt", sagt Loritz. Trotz Verbots sei versucht worden, eine Marschformation aufzubauen. Der "Anmelder" der Veranstaltung sei letztlich als Ansprechpartner gar nicht vor Ort gewesen, untersagte Springerstiefel wurden getragen, die – wie auch Bomberjacken und Uniformteile – am Sonntag verboten sein werden. Zudem habe der eingesetzte Lautsprecher Memprechtshofen beschallt. Von linksextremen Antifa-Gruppen habe man noch wenig gehört: "Die sind wohl schon mit den Vorbereitungen auf den Nato-Gipfel im kommenden Jahr beschäftigt."



 

Autor: obe