Nur noch ein Betonskelett ist übrig

Erich Krieger und Markus Donner

Von Erich Krieger & Markus Donner

Fr, 07. September 2018

St. Peter

Die Rückbauarbeiten an Hallenbad und Mehrzweckhalle in St. Peter sind abgeschlossen / Auftragsvergaben im Gemeinderat.

ST. PETER. Der erste Schritt für den vollständigen Um- und Neuaufbau der altgedienten Mehrzweckhalle und des Hallenbades in St. Peter ist getan. Die Rückbauarbeiten durch die Oberrieder Abbruchfirma Kult stehen kurz vor dem Abschluss. Die statische Grundbausubstanz des Kombi-Gebäudes aus nacktem Beton ragt – ihres Daches beraubt – skelettartig in die Höhe.

In der Halle, wo früher die Zuschauerreihen den Darbietungen auf der Bühne folgten, getanzt worden ist, die Guggenmusikgruppen ein lärmendes Inferno produzierten oder die Bürgerinnen und Bürger über wichtige Dorfbelange debattierten, bedeckt jetzt eine schmutzige Brühe den Boden. Die mittlerweile völlig farblose Schwimmhalle mutet in ihrer Leere fast gespenstisch an und das Becken ist von einer riesigen Schutzfolie bedeckt, die an ein Leichentuch des Gerichtsmediziners in einem Fernsehkrimi denken lässt. Im Außenbereich warten in Containern und auf großen Haufen Abbruchmaterialien auf ihren sortenreinen Abtransport. Bei diesem Anblick kann schon ein Gefühl der Wehmut aufkommen, wenn man sich an gelungene Veranstaltungen oder wassersportliche Aktivitäten im Schwimmbecken erinnert.

Aber es entsteht ja Neues. Damit dies auch zügig geschieht und die Abfolge im Bauzeitenplan eingehalten werden kann, beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig die Vergabe der auf den Rückbau folgenden Gewerke. Erfreulicherweise bewegten sich die Angebotssummen für die ausgeschriebenen Arbeiten bis auf eine Ausnahme deutlich unterhalb der geschätzten Kosten. Dies trug nicht unerheblich zum reibungslosen Sitzungsverlauf bei.

Für die Erd-, Beton- und Stahlbetonarbeiten wurden 645 000 Euro geschätzt – den Zuschlag erhielt als günstigste Bieterin die Firma Weber aus St. Peter mit 614 000 Euro. Beim Blitzschutz kam die Firma Heim Blitzableiterbau aus Freiburg zum Zuge, deren Angebot von 16 000 Euro ebenfalls weit unter den erwarteten 29 000 Euro lag. Lediglich beim Gerüstbau lag die Schätzung von 52 500 Euro unter dem günstigsten Angebot der Firma T & S Wolf aus Löffingen-Unadingen mit 62 200 Euro. Laut Bürgermeister Rudolf basierten die Angebote aus der Ausschreibung auf stabilerem Gerüstbau als auf den kalkulierten Rollgerüsten.

Die Stimmung im Gemeinderat war ob des zeitlich planmäßigen Projektverlaufs gehoben und man sieht zuversichtlich in die Zukunft. Nahezu 20 Jahre lang hat die Hallen- und Badsanierung den Gemeinderat und die Vereine immer wieder beschäftigt. Mit den Forderungen auf eine Nachbesserung des Brandschutzes bekam das Thema hohe Priorität und die Gemeinde ließ nichts unversucht, um die Finanzierung für die Modernisierung von Hallenbad und Mehrzweckhalle in trockene Tücher zu bekommen. Dies gelang letztlich mit der Zuschusszusage in Höhe von drei Millionen Euro aus dem Bundesprogramm "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur". Insgesamt sind Baukosten von rund 6,5 Millionen Euro veranschlagt. Für die Bauausführung sind 20 Monate veranschlagt.