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09. Februar 2009
Nutzen, aber nicht besitzen...
... und dabei die Umwelt schützen / Car-Sharing-Verein startet Projekt "60 plus".
WALDKIRCH (BZ). In Zeiten sinkender Realeinkommen und dramatisch steigender Benzinpreise bietet die Idee des Autoteilens (neudeutsch: Car-Sharing) die Möglichkeit, jederzeit bei Bedarf über ein Auto verfügen zu können, ohne ein eigenes Fahrzeug zu besitzen. Und das zu Kosten, die deutlich unter denen für das eigene Kfz liegen. Von dieser Möglichkeit machen die Mitglieder des Vereins "Car Sharing ZweiTaelerLand" im Elztal regen Gebrauch. Und das können sie nicht nur hier, sondern auch in ganz Südbaden, wo über 140 Autos zur Nutzung bereit stehen, in ganz Deutschland (rund 3500 Car-Sharing-Fahrzeuge) und sogar in der Schweiz, in Österreich, Holland, Dänemark, Belgien sowie in Teilen Italiens und Spaniens.
Statt der Fixkosten von 350 bis 400 Euro im Monat für das eigene Auto, ohne dass auch nur ein Kilometer gefahren wurde, zahlt ein Car-Sharer nur die Kosten der tatsächlichen Nutzung. Insgesamt 85 Fahrtberechtigte sind zur Zeit beim Car-Sharing-Verein Zweitälerland registriert. Es sind Einzelpersonen, ganze Familien und Wirtschaftunternehmen aus dem gesamten Elztal und Simonswäldertal, die gemeinsam und problemlos fünf Pkws benutzen.
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Ziel des Vereins ist es, im gesamten "Zweitälerland" die gemeinsame, bewusst reduzierte Nutzung weniger Pkws durch viele Nutzer zu verwirklichen und damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Bei Info-Ständen und Informationsabenden konnte großes Interesse bei mehr als 60 Personen aus Elzach, Gutach, Simonswald und weiteren Nachbargemeinden festgestellt werden. Haupterwartung der meisten Interessenten ist ein möglichst in der Nähe der eigenen Wohnung bereitstehendes Auto. "Wir platzieren die Autos natürlich dort, wo die Mehrzahl unserer Mitglieder ansässig ist", erläutert dazu der Vorstandsvorsitzende des Car-Sharing-Vereins, Klaus Tobaschus. "Als Vorstand eines Vereins verwalten wir die zum Betrieb der Fahrzeuge erforderlichen Geldmittel unserer Mitglieder und haften mit unserem Privatvermögen für die notwendige Sorgfalt bei den Vereinstätigkeiten. Wir können nicht wie ein auf wirtschaftlichen Erfolg ausgerichtetes Unternehmen dadurch ins Risiko gehen, dass wir ein auf Kosten der bisherigen Mitglieder zusätzlich angeschafftes Auto zur Verfügung stellen, ohne eine Mindesteinnahme durch die dort ansässigen Mitglieder zu haben."
"Wir sind aber willens dem Car-Sharing-Projekt im Zweitälerland auf die Sprünge zu helfen, falls sich in einer Gemeinde oder Zone mindestens 7 bis 8 Personen zum Eintritt in den Verein und zu einem monatlichen Mindestnutzungsbetrag von 25 Euro bereit finden", so Klaus Tobaschus. Auf diese Weise könnte das Projekt Car-Sharing auch in anderen als den bisherigen Orten, zum Beispiel in Gutach, Simonswald oder Elzach, verwirklicht werden. In der jüngsten Jahreshauptversammlung gaben die Mitglieder des Vereins ihre Zustimmung, bei Bedarf und im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten des Vereins zusätzlich zu den vorhandenen fünf Pkws neue Fahrzeuge anzuschaffen. Auch 2009 plant der Verein weitere Infostände und Info-Abende, um so weitere Mitglieder zu gewinnen und damit die Voraussetzungen für das erste Auto zum Beispiel in Elzach oder Simonswald zu schaffen.
Die Mitgliedsbeiträge von monatlich 4 Euro für Einzelpersonen und 5 Euro für Familien/Haushalte dienen zur Abdeckung der Verwaltungskosten, die durch die ehrenamtliche Tätigkeit des Vorstands äußerst gering gehalten werden können. Die Nutzungstarife für die Fahrzeuge liegen je nach Fahrzeugtyp und Fahrtstrecke zwischen 0,23 und 0,31 Euro pro Kilometer (darin enthalten sind bereits die Benzinkosten) und je nach Fahrzeug und Nutzungsdauer zwischen 0,60 Euro und 1,70 Euro pro Stunde. Für die Zeit der Mitgliedschaft muss zur Absicherung gegen selbst verschuldete Unfälle eine Kaution hinterlegt werden.
Die jüngste Mitgliederversammlung gab auch ihre Zustimmung zum Projekt "60 plus": Hier können - ohne Kaution und Aufnahmegebühr - Senioren Mitglied im Car-Sharing-Verein werden, die selbst kein Auto fahren können oder wollen (zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen): Statt ihrer selbst sitzt für sie ein ehrenamtlich tätiges anderes Vereinsmitglied am Lenkrad. Wie alle anderen Vereinsmitglieder bezahlen die Senioren dafür die Kilometer- und Zeitkosten - und sparen die Kosten für ein eigenes, oft nur noch herumstehendes Auto.
Autor: sti
