Metallskulpturen

Das Künstlerehepaar Sonja Edle von Hoeßle und Herbert Mehler stellen in Oberkirch aus

Susanne Ramm-Weber

Von Susanne Ramm-Weber

Fr, 16. Februar 2018

Oberkirch

Das Künstlerkuratorenehepaar Streile-Schmidt zeigt in Oberkirch das Künstlerehepaar Sonja Edle von Hoeßle und Herbert Mehler.

OBERKIRCH. Das kulturelle Leben nimmt wieder Fahrt auf. In der Ausstellungsreihe im Alten Oberkircher Rathaus bestreiten jetzt die Stahlbildhauer Sonja Edle von Hoeßle und Herbert Mehler aus Eisingen bei Würzburg. Die Eröffnung ist am Samstag, 17. Februar, um 11 Uhr.

Seit drei Jahren stellt das Künstlerpaar gemeinsam aus. Etwa in Griechenland mit einer Rede von Frank Walter Steinmeier, damals noch Außenminister. Kuratiert wird die Oberkircher Schau vom Künstlerpaar Gabi Streile und Werner Schmidt. Alle vier werden in Berlin vom Galeristen Werner Tammen vertreten.

Während Arbeiten von Herbert Mehler wiederholt in der Ortenau zu sehen waren, nicht zuletzt 2012 in Lahr, sind die leicht und grazil wirkenden Metallarbeiten von Sonja Edle von Hoeßle erstmals zu sehen. Ihr Thema ist die "Endlosschleife". Ausgehend von Kreis und Linie variiert die Künstlerin im Raum die schlicht gehaltene Quader-Grundform, die in Bögen verläuft oder zu einer Linie wird, sich in Teilen überschneidet. Daraus entsteht eine Eleganz des Einfachen, das nur auf den ersten Blick einfach scheint. Umrundet man die Plastiken, ergeben sich vielfältig neue Sichtweisen, Komplexität wird erfahrbar. Je nach Licht entsteht zudem ein reizvolles Schattenspiel. Die Endlosschleife kann man als Symbol für die Liebe verstehen. Es sind sowohl kleinere Arbeiten in Stahl und auch in Gold, als auch große Arbeiten in Corten-Stahl vorhanden.

Während die Arbeiten von Sonja Edle zu Hoeßle raumgreifend sind, Raum und den Leerraum einbeziehen, stehen die Arbeiten von Herbert Mehler kerzengerade, und strahlen durch die für seine zum Markenzeichen gewordenen Faltungen in den Raum hinein, ob als "belladonna" (Tollkirsche), als hohe Knospe oder als niedrige Blüte. Viel Schweiß-Arbeit ist vonnöten zur Erstellung dieser Arbeiten. Jede Lamelle wird einzeln gebogen und geschweißt. Die Formen der Außenkanten geben der Plastik ihren gleichmäßigen Charakter im Rundum und in der Wellenlinie von oben nach unten, oder mit Schwung von unten nach oben ausholend. Ein wenig mag es am Material selbst liegen, aber die formale Strenge, die den Arbeiten beider Künstler anhaftet, gehört doch zum künstlerischen Denken, das sich auf Formen der Natur bezieht. Bewusst, sagt Mehler im Gespräch, möchte er keine Kunst machen, die an tagespolitischer Aufgeregtheit orientiert sei.

Die Galerieräume wirken, wenn die Wände bis auf wenige Arbeiten leer sind, völlig anders. Der Raum ist mit geballter Energie aufgeladen, die Arbeiten werden in einem gelungenen, rhythmisch kontrastreichen Verhältnis präsentiert.

Wie üblich in dieser Ausstellungsreihe sind die Künstlerkuratoren mit je einem Werk an der Wand im Eingangsbereich vertreten. Eine Landschaft in Grün-Rot von Gabi Streile und ein Farbfeld in Rot von Werner Schmidt. Eine sehenswerte Ausstellung.

Heimat- und Grimmelshausenmuseum, Altes Rathaus, Hauptstraße 32, 77704 Oberkirch. Öffnungszeiten: Di u. Do. 15 - 19 Uhr, So. 10 - 12:30 Uhr und 14 - 17 Uhr. Bis 08. April 2018.