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29. September 2009
Alemannisch zum Auftakt
Alemannische Woche begann mit der Präsentation des Alemannischen Wörterbuches.
OBERRIED. Mit zwei kulturellen Highlights wurde die Alemannische Woche eröffnet: Der im Münstertal beheimatete Künstler Professor Franz Gutmann führte in eine Ausstellung seiner Werke ein. Danach wurde das neue "Alemannische Wörterbuch" der Öffentlichkeit vorgestellt.
Der Stohrenchor unter Leitung von Benno Kroschel eröffnete die Vernissage von Professor Franz Gutmanns Ausstellung im Kleinen Wilhelmitensaal mit alemannischen Hebelliedern. Bürgermeister Winterhalter hielt die Laudatio und Franz Gutmann erklärte seine Werke, die im Rathaus zu sehen sind.Die Muettersproch-Gesellschaft mit Bürgermeister Winterhalter an ihrer Spitze und der Landesverband Badische Heimat unter dem Vorsitzenden Sven von Ungern-Sternberg haben dieses umfangreiche Werk auf den Weg gebracht. Professor Rudolf Post und Friedel Scheer-Nahor sammelten 10 500 Stichwörter mit 12 500 Bedeutungen auf 408 Seiten. Professor Engler in Vertretung von Sven von Ungern-Sternberg würdigte die Arbeit der beiden Autoren.
Es ist nicht das erste "Alemannische Wörterbuch". 1972 erschien bereits die erste Auflage des "Alemannischen Taschenwörterbuchs für Baden" von Hubert Baum. Dieses Buch nahmen die Autoren als Grundbaustein für ihr Wörterbuch. Friedel Scheer-Nahor und Rudolf Post sichteten weitere Abhandlungen und regional erschienene Wörterbücher, die sie in ein Gesamtwerk zusammenführten. Der Wortschatz Südbadens wurde in Begriffen mit ihrer Bedeutung, ihrer Lautung, als Sprichwort oder Reim aufgenommen. Auch die Herkunft sowie seine regionale Verteilung sind anhand von kleinen Karten dargestellt.
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Rudolf Post erläuterte zunächst die drei großen Hauptgruppen im alemannischen Sprachbereich: Oberrhein-, Süd- und Bodenseealemannisch. Die Grenze von Wörter beginnend mit "K" zu "Ch" wie "Kind – Chind; Kirsche – Chriäse, Kriäse; Küche – Chuchi, Kuchi" zeigte er anhand der Regionenkarte. Auch das Wort "Marmelade – Schlecksel" gibt es mit vielen Varianten: "Schleckel, Schlecksli, Guts, Güts, Mues, Strichi, Guetsili, Gutsi, Igmachts, Beeremues, Gsälz" als Regionenkarte im Alemannischen Wörterbuch. Ähnlich viele verschiedene Lautungen gibt es bei der Ameise: "Amees, Omais, Emees; Umbaise, Omaise, Amaise, Amoss, Wurmosle, Wurmaisle, Bäramsle, Umbaise, Omesse, Umboes." Auch Sprichwörter und Kinderreime erläuterte Rudolf Post. Friedel Scheer-Nahor schilderte die Arbeit mit dem Wörterbuch anhand von Anfragen aus allen Regionen Deutschlands. Zum Schluss las sie ein Gedicht auf alemannisch vor.
Der Abend wurde musikalisch abgerundet von dem Kinderchor "Unichorn" unter der Leitung von Martin Lauby, dem Stohrenchor und der Leitung von Benno Kroschel, dem Männergesangverein Oberried mit ihren "Ohrwürmern" unter der Leitung von Konrad Zähringer und dem Mundartkaberettisten Martin Schley als "Südwestfunkfunkhaushausmeister Hämmerle". "Unichorn" eröffnete den Reigen der Chöre. Der Stohrenchor gab seine Hebellieder zu Gehör und der Männergesangverein sang ein munteres Wechselspiel mit dem "Hausmeister Hämmerle". Alles in allem war es ein gelungener Auftakt der Alemannischen Woche, der von Kunst, Sprache und Musik geprägt war.
Autor: Barbara Odrich-Rees
