Ein Fest der Sinne

Großer Besucheransturm beim Kräutermarkt in Oberried

Erich Krieger

Von Erich Krieger

So, 19. August 2018 um 13:28 Uhr

Oberried

Der Besuch des Kräuter- und Bauernmarktes in Oberried hat in diesem Jahr die Erwartungen erfüllt. Rund um die Klosterschiire gab es ein großes Angebot.

OBERRIED. Auch beim fünften Mal bewies der jährliche Kräuter- und Bauernmarkt in Oberried, dass er als bedeutendster seiner Art im weiten Umkreis auf breites Interesse stößt. Im Unterschied zum verregneten vergangenen Jahr zeigte sich das Wetter nun nahezu ideal und Martha Riesterer konnte als Vorsitzende des Vereins Kräuterdorf Oberried das Markttreiben um die Klosterschiire in Oberried unbeschwert eröffnen.

Die Mitinitiatorin konnte sich auf einen Überblick auf das Programmangebot in und um das Marktgelände beschränken, denn die weiteren Stationen in der Gemeinde, die das dort vorhandene geballte Kräuterwissen und das Label Kräuterdorf begründen, sind mittlerweile weithin bekannt: Der liebevoll angelegte und gepflegte Kräutergarten in fußläufiger Nähe zur Klosterschiire, ein weiterer auf dem Altenvogtshof, der Kräuterpfad auf dem Schauinsland bei Hofsgrund mit seinen fachkundigen Führungen und die kompetenten thematischen Kräuterseminare im Jahresverlauf. Wem dies noch neu war, konnte sich in der vom Verein eingerichteten und betreuten Gartenstube neben der Klosterschiire informieren. Wer Nachschub an Kräuterpflanzen für den eigenen Garten oder auch nur den Balkon brauchte, fand bei mehreren der über 40 Marktständen reiche Auswahl inklusive Beratung zur richtigen Pflege und Anwendung. Noch umfangreicher gestaltete sich das Angebot an aus Kräutern oder mit Kräutern veredelten Produkten. Kosmetika, Seifen, Badezusätze, Tees in allen Varianten, Käse, Wurst, Honige, Säfte, Tinkturen, ätherische Öle, Essige, Liköre oder Brände verwandelten die Wahl zur Qual. Sogar Schmuck in filigran-künstlerischer Nachbildung von Kräutern und Blättern wurde präsentiert.

Traditioneller Höhepunkt war wie immer das Binden von Kräutersträußen und -bündeln durch das Altenwerk Oberried. Nach altem Brauch werden an Mariä Himmelfahrt Kräuterbüschel geweiht, die Haus und Hof das Jahr über schützen sollen. Ganz Traditionsbeflissene verbrennen die Büschel in ihren Räumlichkeiten um gar böse Geister zu vertreiben. Um dieses Brauchtum zu pflegen, wird der Termin für den Kräuter- und Bauernmarkt bewusst in die Nähe des Marienfeiertags gesetzt.

Die Frauen und Männer des Altenwerks hatten alle Hände voll zu tun, um die Nachfrage nach den Büscheln zu befriedigen. Wer wollte, konnte erfahren, wie man Kräuterkissen näht und entsprechendes Füllmaterial gleich einkaufen, um sein Geschick zu Hause auszuprobieren. Eine Korbflechterin demonstrierte ihr Handwerk und aus einheimischer Haltung gewonnene Alpaka-Wolle oder daraus gefertigte Produkte wurden angeboten und zwei der Lieferantentiere waren zur großen Freude der Kinder ebenfalls am Stand. Die kleinen Besucher konnten sich die Zeit auch mit dem Herstellen von Kräutersalz vertreiben, was mit einiger Kraftanstrengung am Mörser verbunden war.

Genießer fanden eine reiche Auswahl an Kräuterspezialitäten wie Snacks, Kräuterwaffeln, Kräuterwürsten, Frischkäse oder Kräuterbowlen und -drinks mit und ohne Alkohol. Wem die Kräutervielfalt zeitweilig etwas zu viel wurde, fand sein Mekka im großen Saal der Klosterschiire, wo die Oberrieder Landfrauen mit einem reichhaltigen Buffet von selbstgebackenem Kuchen und Kaffeezubereitungen aufwarteten.

So wurden alle Erwartungen für alle Beteiligten den ganzen Tag über bestens erfüllt. Der in komplett ehrenamtlichem Engagement organisierte Markt konnte erneut den guten Ruf des Kräuterdorfs Oberried festigen und wird auch im nächsten Jahr wieder Publikumsmagnet bleiben.

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