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04. Februar 2012
Ideen für Dorfladen
Nach Rückzug von Schlecker.
OBERRIED (wg). Der Tagesordnungspunkt "Konzeptentwicklung eines genossenschaftlich geführten Dorfladens" sorgte für ungewöhnlich viele weibliche Besucher in der Gemeinderatssitzung. Unter der Perspektive des demografischen Wandels werde die Nahversorgung im ländlichen Raum noch an Bedeutung gewinnen. Davon sei Oberried nicht ausgeschlossen, sagte Bürgermeister Franz-Josef Winterhalter bei der Einführung in eine interessante Diskussion.
Über Modelle neuartiger und beispielsweise genossenschaftlich geführter Dorf- und Quartiersläden werde neuerdings in den Medien verstärkt berichtet. Doch die besten Ideen blieben ferne Wirklichkeit, wenn diese nicht handfest geprüft und ihre wirtschaftlichen Perspektiven nicht ausreichend untermauert sind. In dieser Situation wäre eine Machbarkeitsstudie möglicherweise der richtige Weg, um die realen Chancen zu prüfen. Eine solche Studie wäre mit 55 Prozent der Nettokosten über das Leader-Programm bezuschussungsfähig. Die Gesamtkosten dürften bei rund 5000 Euro liegen.
Nach Schließung der Schlecker-Filiale in der Ortsmitte von Oberried sollte sich auch die Gemeinde nicht passiv verhalten, so die Ansicht von Bürgermeister, Verwaltung und Gemeinderat. Es stehe außer Frage, dass Oberried eine geschäftliche Belebung sehr gut tun würde. Als wichtige Voraussetzungen für ein Verkaufskonzept nannte Winterhalter einen vernünftigen Preis und ein besonderes Qualitäts- und Serviceangebot. Wenn man es richtig mache, blieben auch die Kunden nicht aus.
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Martin Rudiger (parteilos) meinte, dass man in Oberried den genossenschaftlichen Gedanken verfolge. Grundsätzlich sei dies nicht falsch. Dafür habe man auch zahlreiche Beispiele. Eugen Schreiner (SPD) vertrat die Meinung, den schon im Ort vorhandenen Geschäften keine zusätzliche Konkurrenz aufzubauen. Diese Gefahr sieht Winterhalter nicht.
Das erste Ratsmitglied, das sich klar für die Machbarkeitsstudie einsetzte, war Willi Maier (FWG). Nicht dagegen äußerte sich Patrick Rapp (CDU). Für Privatbetriebe könne es eine Chance sein. Vor einiger Zeit wurde in Oberried ein Arbeitskreis "Dorfladen" gegründet, der auch schon mehrmals tagte. Über dessen Arbeit berichtete Martha Riesterer (CDU).
Man dürfe nicht nur an die Grundversorgung denken, sondern sollte etwas weiter blicken. In einer zweiten Wortmeldung betonte Eugen Schreiner, man wisse natürlich, dass das Einzugsgebiet für Oberried extrem schwach sei. Andererseits wisse man, dass in Oberried viele Normalverdienter wohnten, die ihre Einkäufe gut kalkulieren müssten. Habe man nur Angst vor der nahen Konkurrenz in Kirchzarten und Freiburg, so bringe das auch nichts, war im Publikum zu hören. Hier scheint man die Machbarkeitsstudie eindeutig zu befürworten, die dann auch vom Gemeinderat bei zwei Enthaltungen beschlossen wurde.
Autor: wg
