Neuer Vorstoß bei Windkraft

Christian John

Von Christian John

Mi, 27. Mai 2015

Oberried

Standort Hundsrücken.

OBERRIED. Der Gemeinderat der Dreisamtalgemeinde Oberried beschloss in seiner jüngsten Sitzung, dass der Hundsrücken als potentieller Standort für Windkraftanlagen erneut geprüft werden soll. Obwohl der Hundsrücken aktuell aus artenschutzrechtlichen Gründen nicht im Flächennutzungsplan aufgenommen wurde, sprach sich der Rat einstimmig dafür aus, den Standort von dem Windkraftprojektentwickler Ökostromconsulting Freiburg GmbH untersuchen zu lassen.

Sollte sich dabei herausstellen, dass tatsächlich Einzelstandorte für Anlagen auf dem Hundsrücken gefunden werden können, möchte die Gemeinde als Eigentümerin der Windkraftanlagen fungieren und diese bauen. Als Vorbild dient hierbei die Gemeinde Heidenrod im Rheingau-Taunuskreis, die bereits Anlagen im Gemeindeeigentum realisierte. "Es ist wieder ein Sonderweg, aber mittlerweile bin ich so etwas gewohnt", sagte Bürgermeister Klaus Vosberg.

Ob eine neue Prüfung des Standorts erfolgversprechend sein wird, ist zwar noch unklar, die Gemeinde geht bei der neuerlichen Prüfung jedoch keine finanziellen Wagnisse ein. Erst wenn eine Baugenehmigung für Windkraftanlagen auf dem Hundsrücken erteilt werden könne, müsste die Expertise bezahlt werden. Bei zwei potentiellen Windkraftstandorten rechnet die Verwaltung mit einer Investitionssumme von etwa zehn Millionen Euro, die sich selbst finanzieren würde.

Der Vorschlag der Verwaltung, der eigentlich nur zur Beratung angedacht war, wurde vom Gemeinderat durchweg positiv aufgenommen. Da alle sich Gremiumsmitglieder einig waren, wurde kurzerhand abgestimmt und das Projekt einstimmig auf den Weg gebracht.