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30. Januar 2012

Oberried legt einen Sparhaushalt auf

Nach großen Investitionen in den Vorjahren steht jetzt Begrenzung der Schulden im Vordergrund.

OBERRIED. Der Haushalt 2012 mit einem Volumen von 7 212 800 Euro wurde vom Gemeinderat nach fünfstündigen Beratungen beschlossen. Er setzt sich aus dem Verwaltungshaushalt mit 6 543 300 Euro und im Vermögenshaus halt mit 669 500 Euro zusammen.

Die finanzielle Entwicklung zeigt sich im Rückblick auf die Gemeindehaushalte 2010 und 2011. 2010 wurde ein Gesamtplan mit 7 671 400 Euro beschlossen. Auf den Verwaltungshaushalt entfielen 5 848 200 Euro und auf den Vermögenshaushalt 1 823 200 Euro. 2011 umfasste das Gesamtvolumen 7 145 800 Euro. Der Verwaltungshaushalt wurde mit 6 076 500 Euro und der Vermögenshaushalt mit 1 069 300 Euro ausgewiesen.

Das Volumen des Verwaltungshaushaltes hat sich 2012 gegenüber dem Vorjahr um 466 800 Euro erhöht. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt beträgt 276 800 Euro. Das entspricht 4,23 Prozent des Volumens im Verwaltungshaushalt. Nach Abzug der Tilgung verbleibt eine Investitionsrate von 172 269 Euro.

Die Personalkosten werden mit 1 105 200 Euro veranschlagt. Das entspricht 16,89 Prozent des Volumens im Verwaltungshaushalt. Im Stellenplan der Gemeinde sind 39 Stellen ausgewiesen. Das Volumen des Vermögenshaushaltes 2012 beträgt 669 500 Euro. Es hat im Vergleich zum Vorjahr um 339 800 Euro abgenommen.

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Zum 31. Dezember 2012 wird die Verschuldung 2 527 093 Euro betragen, da neue Schulden in Höhe von 154 500 Euro und eine Tilgung von 104 600 Euro geplant sind. Das entspricht einer Verschuldung von 887 Euro pro Einwohner.

Die Gemeinde steht im Hinblick auf die Verschuldung und der nur mäßigen Zuführungsrate unter hohem Sparzwang. Die weitläufige Infrastruktur in der Flächengemeinde mit über 6600 Hektar erfordert im Verhältnis zur Einwohnerzahl hohe Kosten und bedingt durch die Höhenlage liegen auch die Kosten des Winterdienstes sehr hoch. Das schränkt grundsätzlich die finanziellen Spielräume ein. Die Steuerkraft der Gemeinde ist unterdurchschnittlich. Es konnten daher nicht alle geplanten Investitionen und Unterhaltungsmaßnahmen in vorgesehenem Umfang in den Haushalt aufgenommen werden.

Die größte Einzelinvestition 2012 betrifft mit 284 000 Euro den Kindergarten, der im Sommer umgebaut und energetisch saniert wird. Für Gebäude der Schule sind 50 000 Euro vorgesehen, um eine neue Ringleitung zur Sicherung der vorhandenen Bausubstanz einzubringen. Auf den Friedhöfen ist die Anlage von neuen Urnenfeldern vorgesehen, um hier der steigenden Nachfrage zu entsprechen. Dafür wurden ebenfalls 50 000 Euro vorgesehen.

Mittelfristig sind die Sanierung und der Umbau des alten Rathauses in Hofsgrund geplant. In diesem Gebäude sind zurzeit die Ortsverwaltung und der Kindergarten Hofsgrund untergebracht. Im Haushalt ist eine Planungsrate von 30 000 Euro eingestellt.

Im Bereich des Sanierungsgebiets ist eine Planungsrate zur Entwicklung für eine Einrichtung für die ältere Generation vorgesehen. Der Betrieb des jetzigen Behindertenheims wird zum Jahresende 2012 eingestellt. Hier greift die Gemeinde ein großes Vorhaben auf, das den Titel "Generationsprojekt Oberried" trägt und den Gemeinderat schon in Kürze ausführlich beschäftigen wird.

Zu den Haushaltsberatungen bleibt noch festzustellen, dass sich Gemeinderat und Verwaltung sehr kooperativ zeigten, um einen ausgeglichenen Haushalt sicherzustellen. Wie Bürgermeister Franz-Josef Winterhalter in der Sitzung darlegte, habe die Gemeinde in den vergangenen fünf Jahren rund fünf Millionen Euro in wichtige Infrastrukturmaßnahmen investiert. Dazu gehörten als die größten Projekte die Sanierung der Goldberghalle und der Umbau des Hauses Riegel zur Klosterscheune. In dem genannten Zeitraum ist die Nettoverschuldung nicht gestiegen und es wurden kaum Kredite aufgenommen.

Autor: Wolfgang Grosholz