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02. Januar 2012
Trachtenkapelle weckt Emotionen
Weihnachtskonzert bot dem Publikum musikalische Abwechslung / Individuelle Jugendausbildung zahlt sich aus.
OBERRIED. Sich den klingenden Emotionen zum temperamentvollen Weihnachtskonzert der Trachtenkapelle Oberried zu entziehen, gelang – an Applausstärke und erbetenen Zugaben gemessen – keinem seiner Zuhörer.
Mit Francois Boieldieus "Kalif von Bagdad" von 1800 als klangvollem Auftakt bis zum unterhaltsamen "Mein Regiment Marsch" aus der Feder von "Marschkönig" Hermann Ludwig Blankenburg bot das große Orchester seinem begeisterten Publikum in der Goldberghalle musikalische Abwechslung zwischen den Jahren.Fraglich war es lange Zeit, ob sich das große Orchester 2011 aufgrund seines vakanten Dirigentenstuhls in den Reigen der Dreisamtäler Vereinskonzerte einklinken könne. Christoph Schönstein aus Stegen befreite den Vorstand mit Willi Lauby an der Spitze schließlich von dieser Sorge. Eine intensive Probenarbeit nahm ihren Lauf und das Ergebnis begeisterte das zahlreiche Publikum. Was seinerseits mit Beifallsstürmen dafür dankte.
Bis zur ersten Pause erklangen "The Rose" von Amanda Mc Broom, die zu Silvester begehrte Fantasie "Die Fledermaus" von Johann Strauß und "Champagner-Galopp" Opus 14 von Hans Christian Lumbye. In seine Mitte nahm das Konzertprogramm die Präsentation der Jugendkapelle unter der Leitung von Christian Glogau. Der es offensichtlich versteht, die Kinder und Jugendlichen für gemeinschaftliche Orchesterarbeit zu begeistern. Großer Beifall folgte ihren frischen Aufführungen von "Phoenix Overture", "The Jazz me blues" und "Misterioso". Ein Blick in die Orchester der Dreisamtäler Blasmusikvereine belegt die Wirkung eines individuellen Jugendausbildungskonzepts gemeinsam mit Verband und Vereinen. Umgesetzt werden sie in Zusammenarbeit mit Jugendmusikschulen und/oder Privatunterricht. So füllt der Nachwuchs zunehmend die Reihen der gestandenen Blasmusiker, natürlich auch in Oberried. Bis es soweit ist, heißt es für Jung und Alt üben, üben, üben. Und das mit Erfolg, wie Oberrieds Bläserjugend erst vor kurzem bewies.
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Viel Gesprächsstoff unter den Konzertbesuchern, gutes gastronomisches Angebot und reißender Losabsatz ließen die Pause schnell verfliegen.
Dicht gedrängt auf der Bühne sitzend, bestritt schließlich die große Kapelle samt erfolgreichen Absolventen von Juniorabzeichen und Jungmusiker-Leistungsabzeichen ihren zweiten Konzertteil. Olympischer Geist von 1988 nach den Noten John Williams wehte ebenso durch den Saal wie Jean Sibelius 1899 entstandene Hymne "Finlandia". Als Finnlands bedeutendster Komponist ging er mit seinem eigenwilligen Stil in die Analen der Musikgeschichte ein. Unterschiede und Feinheiten ihres vielseitigen Programms herauszuarbeiten, kostete Musiker und Dirigent so manche Probe. Antonín Dvoráks 9. Symphonie aus der Neuen Welt fehlte ebenso wenig wie die "Vier Szenen aus Mark Twain" der Huckelberry-Finn-Suite von Franco Cesarini.
Aufmerksam folgte das Publikum den informativ-humorvollen Ansagen Franziska Zipfels zum Gesamtprogramm.
Autor: Monika Rombach
