Vom Morgenrot zum Abendfrieden

Frowalt Janzer

Von Frowalt Janzer

Mi, 17. Juni 2015

Merzhausen

Die Männerchöre aus Merzhausen und Oberried gaben gemeinsam ein Konzert.

MERZHAUSEN. Klänge aus der guten alten Zeit hatten die Chorleiter Zsofia Csakany (Männergesangverein "Eintracht" Merzhausen) und Michael Weh (Männergesangverein "Schwarzwald" Oberried), für das gemeinsame Konzert im Forum ausgesucht. Kein Blick auf moderne Chorliteratur, kein Schielen auf die Hitparaden, sondern ein Rückbesinnen auf die Tradition des Chores und das klassische Liedgut für Männerchöre mit Werken von Silcher und Schubert.

Der gute Besuch des Konzerts hat dieses Wagnis belohnt. Die Freunde der klassischen Männergesangvereinsliteratur kamen voll auf ihre Kosten und geizten nicht mit Beifall. Vom Morgenrot zum Abendfrieden lautete das Motto des Liederabends, den die beiden Chöre a Capella gemeinsam mit "Das Morgenrot" begannen.

Zsofia Csakany leitet den Männergesangverein Merzhausen seit Januar 2015. Die Ungarin ist ausgebildete Musikerin und dirigiert mehrere Chöre in der Gegend. Mit Charme motiviert sie den Chor und der entwickelt beim "Rheinischen Fuhrmannslied" eine beachtliche Dynamik. Es folgt die Hommage an die Schwaben: "Ei, du Mädchen vom Lande". Romantisch, bedächtig vorgetragen wird Friedrich Silchers "Schifferlied". Marie-Louise Willimann, eine Schweizer Bürgerin, sagt in "Schwyzer Dütsch" den "Zapfenstreich" an. Vierstimmig ertönt das "Lied der Berge", in italienischer Sprache "La Montanara", das Lied von "la filia de sol". Das "Heimatland", eine Ode an das "Breisgauland" folgt, zum Abschluss dann der "Abendfrieden" von Franz Schubert. Dieses Liedgut tut den Sängern des MGV Merzhausen gut, der Kreis schließt sich.

Der MGV "Schwarzwald" Oberried beginnt mit "Schwinge dich auf". "Ob ich morgen noch leben werde?" stellt große Anforderungen an das Artikulationsvermögen der Sänger. Jeder kennt "Am Brunnen vor dem Tore steht ein Lindenbaum". Atemlos lauschen die Zuhörer der bekannten Melodie von Franz Schubert, Erinnerungen an die eigene Jugend werden wach. Bei "A’ ca", einem deutschen Trinklied aus Andalusien, strahlen die Oberrieder, sie singen alle Lieder auswendig. Das dalmatinische Volkslied "Kad Si Bila Mala Mare" stellt hohe Anforderungen an Sprechvermögen und Ausdrucksmöglichkeit. Flott dann "Ein Freund, ein guter Freund", im Marschrhythmus, begleitet von Michael Weh am Klavier. Männer haben einfach mehr Verständnis füreinander, deshalb singen sie im MGV, so die launige Ansage. Überzeugend auch die Zugabe "Bajazzo".

Zum Abschluss singen beide Chöre wieder gemeinsam. "Das Elternhaus" ist ein Muss für jeden Männergesangverein, weckt es doch Erinnerungen und erzeugt feuchte Augen. Es folgen "Signore delle cime" und das Trinklied: "Aus der Traube in die Tonne". Nach dem Dank von Vorstand Manfred Kist sangen Chöre und Publikum noch gemeinsam "Die Gedanken sind frei" und "Kein schöner Land".