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17. März 2011
Nach den Atomunfällen in Japan
Öko- statt Atomstrom: Tipps für den ganz privaten Ausstieg
Wegen der Atomunfälle in Japan überlegen sich viele Menschen, auf Ökostrom umzustellen / Wie das geht und was dabei zu beachten ist.
Was ist Ökostrom?
Als Ökostrom wird Energie verstanden, die aus den erneuerbaren Quellen Wasser, Wind, Sonne und Biomasse stammt oder aus umweltfreundlichen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen auf Erdgasbasis.
Wer bietet Ökostrom an?
Ökotarife werden von den großen Stromkonzernen Eon, RWE, Vattenfall und EnBW angeboten oder von den Stadtwerken. Daneben gibt es unabhängige Ökoanbieter wie Lichtblick, Naturstrom, Greenpeace Energy oder die Elektrizitätswerke Schönau (EWS), die nur Umweltstrom produzieren oder handeln.
Welche Angebote gibt es?
Angestammte Anbieter verkaufen den Strom, den sie aus erneuerbaren Quellen beziehen, manchmal unter dem Namen Ökostrom und kassieren dafür höhere Tarife. Ob deswegen zusätzlich Ökostrom erzeugt wird, ist allerdings zweifelhaft. Als wichtiges Kriterium für Ökostrom gilt daher, dass mit dem Kundengeld die Produktionsanlagen für erneuerbaren Energien tatsächlich ausgebaut werden. Umweltschützer empfehlen nur solche Anbieter, bei denen die Einnahmen aus dem Ökostrom direkt oder über Fonds in den Neubau von Ökostromanlagen fließen.
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Helfen Gütesiegel?
Ob Ökostrom tatsächlich Umwelt und Klima zu Gute kommt, das bewerten viele Siegel. Als führend gelten das TÜV-Zertifikat und die Siegel "Grüner Strom Label" und "OK Power". Die Kriterien sind sehr unterschiedlich. Manche Umweltverbände empfehlen daher, wegen der verwirrenden Vielfalt lieber nachzufragen und sich auf das eigene Urteil zu verlassen.
Ist Ökostrom immer teurer?
Meist liegt der Preis zwar über den billigsten Angeboten der herkömmlichen Versorger, ist aber oft günstiger als der Standardtarif des angestammten Unternehmens. Oft stehen unterm Strich Mehrkosten von wenigen Euro im Monat. Kostenlose Preisvergleiche finden sich im Internet, etwa unter http://www.verivox.de www.check24.de oder http://www.toptarif.de
Dort findet sich für jeden Tarif eine Stromkennzeichnung (Strommix). Meist zeigt ein Tortendiagramm, aus welchen Energiequellen der bezogene Strom kommt.
Wie wechsle ich am bequemsten?
Am einfachsten ist es, dem neuen Anbieter eine Vollmacht zu erteilen. Dieser erledigt die Kündigung beim alten. In der Regel dauert es ein bis zwei Monate, bis alle Formalitäten abgeschlossen sind.
Was passiert beim Wechsel?
Der Strom kommt auch nach dem Wechsel vom örtlichen Versorger. Der neue Anbieter leitet seine Energie in das allgemeine Netz ein. Je mehr Kunden Ökostrom wählen, desto mehr davon wird eingespeist, desto weniger anderer Strom benötigt. Die Gefahr, im Dunkeln zu sitzen, besteht selbst bei einer Pleite des neuen Versorgers nicht. Der lokale Versorger muss alle Haushalte versorgen, auch wenn er nicht Vertragspartner ist.
Autor: AFP
