02. November 2009 00:03 Uhr

Ehrung

Oettinger verleiht Stoiber Dienstordens des Landes

Vor dem Neuen Schloss in Stuttgart knattert die weiß-blaue Rautenflagge im Wind. Drinnen ehrt Günther Oettinger Edmund Stoiber mit dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg. Die Grund?

Edmund Stoiber und Günther Oettinger. | Foto: dpa
STUTTGART. Mit "Weitblick, Mut, Tatkraft, Sachverstand" habe der Südschienen-Partner aus Bayern "für den Freistaat, Deutschland und Baden-Württemberg dauerhaft Verdienste erworben", lobt der Noch-Ministerpräsident den gewesenen Kollegen und derzeitigen Anti-Bürokratie-Beauftragten bei der EU-Kommission.

Diese 1708. Verleihung der höchsten Auszeichnung des Landes, die auf 1000 Lebende begrenzt ist und mit der sich seit Samstagnachmittag 760 Personen schmücken dürfen, sei schon seit längerem vorgesehen gewesen, hieß es im Staatsministerium. Aus dem Rahmen der jährlichen Feierstunde fällt sie allemal heraus. Und das nicht nur wegen des Extra-Termins, der sich praktischerweise mit dem Spiel VfB gegen Bayern München im Daimler-Stadion verbinden ließ, wo sich Gast wie Gastgeber in der zweiten Halbzeit sehen ließen. Es sind die Worte Stoibers über den "lieben Günther", die aus dem Festakt für den Ministerpräsidenten a. D. auch eine Würdigung für den in Kürze als Kommissar zur EU wechselnden Regierungschef machen. Schmerzlich vermisste Anerkennung für einen, den viele weggelobt sehen und dem sie keine Träne nachweinen wollen.

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Stoiber aber, der 2007 aus dem Amt Geputschte, stellt mit Blick auf Oettingers Wirken in der Föderalismuskommission fest: "Du hast ein Denkmal gesetzt für die Nachhaltigkeit und wirst eine erhebliche Spur hinterlassen in der deutschen Politik." Die jetzt im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse "wird mit dir massiv verbunden werden".

In Brüssel werde sehr wohl registriert, dass Deutschland einen Politiker "aus der allerersten Reihe, ein großes Kaliber" zur EU schicke. Um 14.44 Uhr baumelt an Stoibers Revers der Verdienstorden, den der zigfach Geehrte für sich "gleich nach dem bayerischen Verdienstorden" einordnet. Hätte er noch einen – er hätte ihn Günther Oettinger angeheftet.  

Autor: Korrespondentin Bettina Wieselmann



22 Kommentare

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Willy B. 02. November 2009 - 12:50 Uhr

endlich, er hat es verdient.

JosFritz  

JosFritz 02. November 2009 - 13:06 Uhr

Widerwärtiges Staatsschmierentheater.

PAPEG  

PAPEG 02. November 2009 - 13:27 Uhr

man könnte es auch "Kasperle und Stoiberle " nennen.

 

jow 02. November 2009 - 13:34 Uhr

Wie groß ist eigentlich der Stab eines "Anti-Bürokratie-Beauftragten bei der EU Kommission"?

PAPEG  

PAPEG 02. November 2009 - 13:39 Uhr

Du meinst, wie groß Kasperles Theater in Brüssel in Zukunft sein wird?? na mit Sicherheit wird er dort nicht ganz so viele Mitspieler um sich haben, wie hier im Ländle.

 

jow 02. November 2009 - 13:45 Uhr

Nein, der Herr Stoiber ist Anti-Bürokratie-Beauftragter bei der EU Kommission.

Und wird wohl Kraft dieses Amtes in Zukunft darauf achten daß der Herr Oettinger ein unbürokratischer EU-Kommissar sein wird. Meine Frage war, wieviele EU-Angestellte dem Herrn Stoiber bei dieser wahrlich schwierigen Aufgabe helfen.

 

fbw 02. November 2009 - 13:57 Uhr

wieder einmal wird nicht über den Kern des Artikel/ der Auszeichnung geschrieben., sondern nur palavert.
Die Frage ist doch: Hat Edmund Stoiber den Orden verdient?

 

jow 02. November 2009 - 14:11 Uhr

"Oettinger verleiht Stoiber Dienstordens des Landeys"

@BZ ist diese Überschrift nicht falsch geschrieben? Landei schreibt man meines Wissens mit i und nicht mit y!

 

fbw 02. November 2009 - 14:17 Uhr

@jow
Endlich wird auch mal auf den Artikel eingegangen. lol

 

jow 02. November 2009 - 14:33 Uhr

@FBW
Beurteilen, ob Herr Stoiber diesen Orden verdient hat, kann ich nicht. Ich halte erstens nichts von Orden, zweitens weiß ich nicht, welche Leistungen erbracht werden müssen, um den Orden zu erhalten. Der einzige Satz in dem Artikel, der darüber Aufschluß gibt ist so allgemein gehalten, daß mir das auch nichts nützt.
Aus dem Unterton kann ich heraushören, daß die Verfasserin des Artikels, die Ordensübergabe wohl auch nicht so ernst nimmt. Also haben wohl die meisten Diskutanten den Artikel eher von der lustigen denn von der sachlichen Seite her kommentiert.

JosFritz  

JosFritz 02. November 2009 - 14:37 Uhr

"´Oettinger verleiht Stoiber Dienstordens des Landeys´

@BZ ist diese Überschrift nicht falsch geschrieben? Landei schreibt man meines Wissens mit i und nicht mit y!"

******************************************************************
:))))

 

Catman 02. November 2009 - 14:47 Uhr

Na, das ist doch wohl klar, welche Leistungen erbracht werden müssen: Ein Landei ist ein „Mensch, der auf dem Land lebt und in vielerlei Hinsicht für unerfahren und Naiv gehalten wird“ (Quelle: Wiktionary). Wer sich unter den Landeiern so bewährt hat, dass er unter die besten 1000 der lebenden Landeier gezählt werden kann , bekommt den Orden. Und weil der Orden etwas ganz besonderes Vornehmes ist, wird er eben „Landey“-Orden geschrieben. Logisch nicht, sonst hätte die BZ das doch nicht schon in der Überschrift so betont!

PAPEG  

PAPEG 02. November 2009 - 15:17 Uhr

solche Landeier müßte es mehr geben, dann würden auch mehr Orden verliehen, und die zahl von 1000 wäre schnell vergeben.

Also, auf Buen, Neue Landeier braucht das Land.

 

TomTee 02. November 2009 - 16:17 Uhr

Vielleicht handelt es sich bei "Landey" auch um die Schreibweise des Frühneuhochdeutschen (16. Jh.) - und der Orden ist in jener Zeit entstanden, als die unbedeutende Fürsten der deutschen Mini-Länder sich gegenseitig mit Auszeichnungen überhäuften, um nicht völlig in Vergessenheit zu geraten...

 

Wombat 02. November 2009 - 18:23 Uhr

Ich habe wohl den 11.11. verpennt - oder sind die Narren in diesem Jahr schon früher unterwegs?

 

wolfi 02. November 2009 - 18:28 Uhr

Und wem wird Mappus einen Orden verleihen kurz vor seinem Abgang? Seehofer? Koch ( der aus Hessen )? Müller ( der aus dem Saarland )? Oder gar Angela?
Schön wäre ja auch an Brüderle oder Westerwelle! Die Krönung: Dirk Niebel.

PS Warum schweigen eigentlich unsere Ganz-Viel-Kommentierer zu diesem Artikel?

JosFritz  

JosFritz 02. November 2009 - 18:29 Uhr

@BZ: "Oettinger verleiht Stoiber Dienstordens des Landes"

:))))))))))))))

Müsste es nicht heißen:

"Oettinger verleiht Stoibers Dienstorden dem Land"?

Ne, auch nicht?

Aber einen Versuch haben Sie noch...

Sie sind an der Reihe!

 

Catman 02. November 2009 - 18:39 Uhr

Hier brauchen wir doch gar keine Ganz-Viel-Kommentierer. Die BZ bereitet uns doch schon allein genug Vergnügen (allerdings sollte sie vielleicht immer deutlich machen, wenn sie die Überschrift jeweils ändert, damit die Kommentare verständlich bleiben). Vielleicht einfach 5 verschiedene Überschriften zur Auswahl der amüsierten Leser?

 

Zanderfritz 02. November 2009 - 18:43 Uhr

Orden bekommen immer die,die es nicht verdient haben,das war schon immerso,ob im 1 oder 2.WK,die HERREN Offiziere schmückten sich immer mit fremden Federn.Darum ich halte nichts von Orden,nicht einmal Fasnachtsorden,denn selbst dort wird gemauschelt.Sollen sich doch Kasperle Günter und Edmund äh,äh äh von Bayern mit Orden gegenseitig vollhängen mit wertlosem Blech,bis sie umfallen.Ein besseres Duo hätte Angela nicht nach Brüssel schicken können.

Brasher  

Brasher 03. November 2009 - 14:55 Uhr

@Zanderfritz:
es gibt durchaus Orden die verdient sind. Wenn jemand in einem Verein zb. sich über Jahrzente den **** aufreißt hat er es "nicht verdient" mal ausgezeichnet zu werden? Schwachsinn.
Trotzdem haftet natürlich ein fader Beigeschmack an dem sich gegenseitig Vollplakatieren. Du kannst aber nicht schreiben dass es die Protagonisten "nie" verdient haben.
Die zwei Vögel haben es m.E. nicht verdient :-)

 

ArminF 03. November 2009 - 15:25 Uhr

und die Frage "Die Grund?" hat bis jetzt wohl auch noch niemanden irritiert :-)))