25 000 Euro für die Stadtmauer

Susanne Ramm-Weber

Von Susanne Ramm-Weber

Do, 13. Dezember 2018

Offenburg

Lotto-Gelder für das 2,6-Millionen-Euro-Projekt der Sanierung.

OFFENBURG. Die Sanierung der Offenburger Stadtmauer ist in vollem Gang. Am Dienstag nahm Baubürgermeister Oliver Martini eine Fördersumme in Höhe von 25 000 Euro für die Sanierung des Offenburger Baudenkmals aus den Händen von Lotto-Regionaldirektor Bodo Schöffel und Eckard Rosenberger vom Vorstand der Denkmalstiftung Baden-Württemberg entgegen.

Bei der Stadtmauer handelt es sich um die größtenteils noch zusammenhängende mittelalterliche Festungsmauer aus dem 13. Jahrhundert mit einer Länge von 1430 Metern von ursprünglich 1800 Metern. Nach Unterzeichnung des Fördervertrages im technischen Rathaus fand eine symbolische Übergabe der Summe vor der in Sanierung befindlichen Stadtmauer am Bahngraben statt.

Dort ruhen im Moment temperaturbedingt die Arbeiten. Erst, wenn die Temperatur stabil bei fünf Grad plus liege, könne es vermutlich Ende März, so der mit der Aufsicht befasste Denkmal-Beauftragte der Stadt, Andreas Clausen, weitergehen. Farblich ist der Unterschied zwischen schon saniertem und nicht saniertem Teil des 115 Meter langen Teilstücks deutlich sichtbar.

Durch die Verwendung von zu hartem Zementmörtel in den 1970er Jahren hat die Mauer Schaden genommen, war von Efeu durchwachsen und muss nun mit weicherem Kalktrassmörtel neu verfugt, entwässert und teilweise mit neuen Steinen ergänzt werden. Auch die Mauerkrone ist stellenweise zu erneuern, damit nicht weiter Wasser eindringt. Nach der Sanierung der Stadtmauer wird es einen Wettbewerb für die Gestaltung der Grünanlagen geben, wie Clausen ausführte. Die Sanierung des östlichen Teilstücks der mittelalterlichen Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert, die den Stadtbrand von 1689 überstand, steht mit der Umgestaltung der Lange Straße und der Neuerstellung des Rée-Carré im Zusammenhang. Ab Mitte 2019 werde dann die Westseite beim Zwingerpark in Angriff genommen.

Im vergangenen Jahr war ein Sanierungskonzept für die nächsten zehn Jahre und die gesamte Mauer erstellt worden. Die Sanierung des Rings, so Martini, koste insgesamt 2,6 Millionen Euro, das Teilstück an der Ostseite 490 000 Euro. Die Stadtmauer habe, so erläuterte Eckard Rosenberger, seit 2008 den Status eines besonderen Denkmals. Das sei die höchste Schutzstufe, die ein Denkmal haben kann.

In den 70er Jahren wurde mit zu hartem Mörtel saniert

Aus den Einnahmen der Glücksspirale und der Lotto-Gesellschaft werden insgesamt 28 Millionen Euro für die Denkmalpflege zur Verfügung gestellt, wovon 60 bis 70 Prozent an private Projekte gingen. Die Kommunen würden mit 20 Prozent eher gering bedacht. In diesem Jahr fördere die Denkmalstiftung neben der Stadtmauer weitere 35 Projekte. Seit der Gründung im Jahr 1985 seien rund 1400 Projekte unterstützt worden. Bodo Schöffel fügte ergänzend hinzu, dass von jedem Lotto-Euro 50 Cent in soziale, kulturelle, denkmalpflegerische und sportliche Projekte fließen.