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25. Januar 2010 13:25 Uhr

30-jähriger Familienvater setzt Kinderpornografie ins Internet

Das Offenburger Amtsgericht verurteilte einen 30-jährigen Koch aus Offenburg wegen Verbreitung und Besitzes kinderpornografischer Schriften und Abbildungen zu einer Gesamtgeldstrafe von 150 Tagessätzen zu je 25 Euro.

OFFENBURG (kpb). Am 9. April 2008 hatte der 30-jährige verheiratete Familienvater von zwei Kindern eine Datei zum Download ins Internet gestellt, auf der ein unter 14-jähriges Kind beim oralen Sex zu sehen war. Experten der Polizei konnten den Weg zurückverfolgen und über die IP-Adresse dem Angeklagten auf die Spur kommen. Eine Durchsuchung am 12. November 2008 in seiner Wohnung brachte dann das ganze Ausmaß seiner pädophilen Aktivitäten ans Tageslicht. Auf seinem Computer entdeckten Polizeibeamte eine ganze Sammlung kinderpornografischen Materials. Zahlreiche Datenträger mit Abbildungen von Sexualhandlungen mit schwerstem Kindesmissbrauch waren auf der Festplatte des Privatcomputers gespeichert. Sämtliche einschlägigen Datenträger wurden sichergestellt.

Für den Angeklagten gab es angesichts der erdrückenden Beweise wenig zu leugnen. So gab er alle Anklagevorwürfe zu. Er erklärte, dass mit dem Herunterladen die Dateien auch automatisch für andere Nutzer zum Download freigegeben würden. Seine Ehefrau habe von seinen Aktivitäten nichts gewusst. "Die Sache tut mir leid", gab er zu Protokoll, "ich habe mir aber nichts dabei gedacht." Daran konnte man Zweifel haben. Oberstaatsanwalt Johannes Gebauer wies darauf hin, dass die Abbildungen kaum zufällig auf den Computer gelangt seien. Vielmehr habe der Angeklagte eine zielgerichtete Auswahl getroffen, und die Bilder hätten eben nicht nur Kinder in nackten Posen, sondern schwerste Missbrauchshandlungen zum Inhalt gehabt. Die Kinder seien auf den Abbildungen für sexuelle Abartigkeiten schwer missbraucht worden. Auf Frage erklärte der Angeklagte, dass er bisher noch keine ärztliche Hilfe zur Behandlung seiner Neigungen in Anspruch genommen habe. Einen neuen Computer habe er nach der Sicherstellung bis heute nicht mehr erworben. Auf Frage der Richterin erklärte er, dass er mit seiner Ehefrau wegen der Sache keine Probleme gehabt habe. Seine Familie sei intakt.

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Oberstaatsanwalt Gebauer hielt dem Angeklagten zugute, dass er noch nicht vorbestraft war. Andererseits seien die Taten schwerwiegend. Das Verbreiten sei bereits mit einer Mindeststrafe von drei Monaten Freiheitsstrafe bedroht, und auch die festgestellte Sammlung sei nach Anzahl und Inhalt der Dateien nicht am unteren Rand der Strafbarkeit einzuordnen. Da eine Freiheitsstrafe noch nicht geboten sei, beantragte er eine Gesamtgeldstrafe von 150 Tagessätzen zu verhängen. Bei den Einkommensverhältnissen unter Berücksichtigung der Unterhaltspflichten des Angeklagten sei ein Tagessatz von 25 Euro angemessen. Eine besondere Einziehung des Computers mit den Dateien sei entbehrlich, nachdem der Angeklagte auf die Rückgabe ausdrücklich verzichtet hatte.
Richterin Petra Will schloss sich dem Antrag in vollem Umfang an. Sie gab dem Angeklagten den dringenden Rat, sich wegen seiner Neigungen in ärztliche Behandlung zu begeben. Sollte es eine Wiederholung geben, sei die Verhängung einer Freiheitsstrafe unerlässlich. Sowohl Oberstaatsanwalt Gebauer als auch der Angeklagte nahmen das Urteil an.

Autor: kpb