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19. Oktober 2011 14:30 Uhr
Kripo Offenburg richtet Sonderkommission ein
33-jährige Frau wurde erstochen
Eine 20-köpfige Sonderkommission der Kriminalpolizei Offenburg fahndet nach dem Täter, der eine 33-jährige Ortenauerin erstochen hat. Die Leiche der Frau war am Montagabend im Offenburger St. Ursulaheim gefunden worden.
Die 33-jährige Frau, die am späten Montagabend tot in einem Zimmer des Offenburger St. Ursulaheims gefunden worden war, ist erstochen worden. In einer Presseerklärung von Polizei und Staatsanwaltschaft werden am Mittwoch BZ-Informationen vom Dienstag bestätigt, wonach das Opfer schon seit mehreren Tagen tot war. Die Tatwaffe liegt vor, doch vom Täter fehlt noch jede Spur. Die Kripo hat eine 20-köpfige Sonderkommission mit dem Namen "Ursula" eingerichtet.
Am Donnerstag vor einer Woche ist die 33-jährige Frau, die aus der Ortenau stammt, zum letzten Mal lebend gesehen worden. Ein Mitbewohner des Heims hatte sie dann – vier Tage später – am Montagabend gegen 22.30 Uhr tot in ihrem Zimmer gefunden. Experten vom Freiburger Institut für Rechtsmedizin bestätigten inzwischen "eine mögliche Liegezeit der Leiche von wenigen Tagen", wie es in einer gemeinsamen Erklärung der Polizeidirektion und der Staatsanwaltschaft Offenburg heißt. Wieso die Frau erst so spät gefunden wurde, das ist eine der Fragen, die derzeit noch offen sind.
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Wie am Dienstag berichtet, war die Heimleitung nicht zu Auskünften bereit. Und vom Träger des Ursulaheims, dem Fachverband für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg (AGJ), war nur zu erfahren, dass die Leitungsebene zu Gesprächen über die Situation in Offenburg weilt.
Unterdessen hat die Polizei eine 20-köpfige Sonderkommission eingerichtet, um die Tat aufzuklären. Zunächst war laut Polizei und Staatsanwaltschaft aufgrund der Spuren vor Ort nicht klar, ob die Frau eines natürlichen Todes gestorben oder Opfer eines Tötungsdeliktes geworden war. "Da in der Ortenau fast täglich Todesfälle mit unbekannter Ursache diagnostiziert werden, wurde routinemäßig gleich in der Nacht eine Kriminaltechnikerin hinzugezogen", erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft heute. Auch ein Rechtsmediziner war an den Fundort der Leiche gerufen worden.
Weil nach der Inaugenscheinnahme durch den Experten weder ein Selbstmord noch ein Tötungsdelikt ausgeschlossen werden konnten, habe das Amtsgericht Offenburg die Obduktion der Frauenleiche angeordnet. Bei der Untersuchung, die am Dienstagmittag in Freiburg vorgenommen wurde und bis in die Abendstunden dauerte, wurden Stichverletzungen am Körper der 33-Jährigen sichtbar, die, so die Behörden, "atypisch für eine Selbsttötung sind." Polizei und Staatsanwaltschaft gehen daher inzwischen von einem Tötungsdelikt aus.
Bei ihren Ermittlungen im Umfeld der Frau stießen die Fahnder auf einen früheren Bekannten der Toten, der sich bis vor kurzem noch in Offenburg aufgehalten hatte. Der 28-Jährige wurde vernommen und von einem Arzt auf mögliche Spuren untersucht, danach aber wieder entlassen. "Mit Hochdruck arbeiten die Kriminalpolizisten an weiteren Spuren", heißt es in der Erklärung. Zeugen würden vernommen, Personen aus dem Umfeld der Frau befragt sowie Spuren im Zimmer des Wohnheims gesichert.
Das St. Ursulaheim kümmert sich seit 1975 um die Integration und Betreuung von Wohnsitzlosen. Das Angebot reicht von ambulanten Hilfen wie der Wärmestube und gesundheitlichen Fürsorge in der Pflasterstube bis hin zur Begleitung von Personen, die in eigenen Wohnungen einen Neuanfang wagen. Die anfangs 36 Wohnplätze wurden aufgrund der Nachfrage 1992 auf 44 stationäre Plätze aufgestockt. Dabei blieb es auch nach dem Bezug eines Erweiterungsbaus, der 2005 eingeweiht wurde und mit 13 Einzel-Appartements von jeweils etwa zwölf Quadratmetern dem veränderten Verhalten und einer besseren Wohnqualität zugute kommt. Frauen und Männer müssen getrennt übernachten. Zugenommen hat in den vergangenen Jahren der Anteil wohnungsloser Frauen auf inzwischen rund ein Viertel.
Autor: Helmut Seller
