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07. Dezember 2017

5670 Unterschriften fürs Strandbad

Initiative übergibt die seit Juli gesammelten Stimmen für einen Erhalt des Gifiz-Bades an OB Schreiner / Diskussion folgt Mitte 2018.

  1. Die Strandbad-Initiative übergibt die seit Juli gesammelten 5670 Unterschriften an Oberbürgermeisterin Edith Schreiner (v. l.): Brigitte Fröhlich, Bärbel Braun, Hanspeter Morgenthaler, Friedlinde Sommer und Barbara Steinhart. Foto: Karin Reimold

OFFENBURG. Seit Juli hat die Strandbad-Initiative Unterschriften für den Erhalt des Bades am Gifizsee gesammelt, da ursprünglich Ende des Jahres das neue Konzept für das komplette Gifiz-Areal vorgestellt werden sollte. Doch das wurde nun auf Mitte 2018 vertagt. Die Aktion der Fan-Gemeinschaft fand trotzdem große Anerkennung. Am Dienstagabend übergab die Initiative 5670 Unterschriften an OB Edith Schreiner.

Die Oberbürgermeisterin zeigte sich beeindruckt über die Anzahl der gesammelten Stimmen und ging wegen der durchaus Aufsehen erregenden Aktion eigentlich von mehr Mitgliedern aus, die ihr Anliegen in der Bürgersprechstunde letztlich vorstellten. "Wir sind ein eingeschworenes Team, unser Herzblut hängt einfach an diesem Bad – so wie es seit Generationen ist", eröffnete Organisatorin Bärbel Braun die Übergabe. Ihre Initiative, die bereits den Sommer über und dann nochmal im Herbst auf dem Markt mit ihrer Unterschriften-Aktion Präsenz zeigte, fand mehr Zuspruch als erwartet. Selbst die Stadträte seien sich nicht mehr sicher gewesen, ob denn schon etwas entschieden worden sei, sagte die OB anerkennend. "Die Entscheidung ist noch nicht gefallen. Wir werden aufgrund der vielen laufenden Projekte erst Mitte 2018 in die Diskussion gehen, mit großer Bürgerbeteiligung. Da sind dann Sie dran", lud Schreiner die Anwesenden zur Mitsprache ein. Erst wenn auch der Außenbereich des neuen Freizeitbades auf dem Gelände des ehemaligen Hallenbads fertiggestellt sei, werde man das Gifiz-Areal ins Auge nehmen.

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Baubürgermeister Oliver Martini hatte bereits mehrfach ein Naturbad ins Gespräch gebracht, das anstelle des heutigen Strandbades entstehen könnte. Aus Sorge, dass das Gifiz-Bad mit Aufsicht diesem Vorschlag weichen muss, hatte die Initiative nun ein halbes Jahr lang all ihre Energie gebündelt und die Aktion mit der Übergabe der Unterschriften zum Abschluss gebracht.

"Wir müssen erst einmal schauen, ob wir auch alle das gleiche Bild von einem Naturbad haben", lenkte die OB ein. Durchaus vorstellbar sei, dass die Duschen und Toiletten dort bleiben könnten, die TBO würde das Gelände pflegen. Aber ein Betreiber, wie der jetzige Pächter Dirk Hesse, sei dabei nicht vorgesehen. "Es gibt aber auch in der Verwaltung keine abschließende Meinung, wie so ein Naturbad aussehen könnte. Wir wollen uns bei der Entscheidung Zeit lassen, denn sie ist grundlegend wichtig", unterstrich die Rathaus-Chefin.
"Die Entscheidung ist

noch nicht gefallen."
Edith Schreiner, OB
Daher sei es auch möglich, dass der Vertrag von Hesse, der nach der Sommersaison 2018 ausläuft, verlängert werden könnte. Was am Gifiz-Strandbad im Vergleich zum Freibad besser sei, wollte Schreiner von den Mitgliedern wissen. "Das ist gar kein Vergleich", sagte Friedlinde Sommer engagiert. "Dieses Feeling am See, das ist wie auf einem Campingplatz. Viele verbringen diese drei Monate im Jahr fast täglich dort – und das seit Generationen."

Die Resonanz der Bürger sei dahingehend auch eindeutig gewesen: "Es gibt hier sonst nichts Vergleichbares", so der Tenor. Wie wichtig der behütete Bereich für die "Gifiz-Familie" denn sei, fragte Schreiner. "Die Nummer eins auf der Liste der Vorteile", antwortete Bärbel Braun.

Die Oberbürgermeisterin begrüßte die frühzeitige Beteiligung der Bad-Gemeinschaft. "Wenn es erst einmal im Ausschuss ist, kommt es für die Bürger oft sehr konfrontativ rüber", sagte sie. Insgesamt war die Stimmung eine sehr versöhnliche im Rathaus. Das galt auch für den von der Initiative kritisierten Ferienpass, der Vergünstigungen für Jugendliche nur für das neue Freizeitbad zuließ. "Darauf werden wir reagieren, das war uns nicht bewusst. Wir werden das nächstes Jahr auch für den Gifizsee machen", erklärte Schreiner abschließend. Pächter Dirk Hesse wird diese Nachricht freuen. Auch an der Planung zur Entwicklung des Gifiz-Areals, mit oder ohne Strandbad, werden sich voraussichtlich viele Bürger beteiligen – auch Dank des regen Engagements der Initiative im Vorfeld.

Autor: Karin Reimold