Alle lieben festliche Kirchenmusik

Barbara Puppe

Von Barbara Puppe

Sa, 24. Dezember 2016

Offenburg

Die beiden Organisaten Felix Ketterer und Traugott Fünfgeld sind an Weihnachten in besonderem Maße gefordert.

OFFENBURG. Was wäre Weihnachten ohne festliche Musik und die guten alten Weihnachtslieder? Tatsächlich finden gerade zu Weihnachten viele Christen den Weg in die Kirche, die das Jahr über dort weniger anzutreffen sind.

Da sei auch eine gewisse Erwartungshaltung da, es solle der feierliche Glanz entstehen, meint Felix Ketterer, Kirchenmusiker der katholischen Offenburger Seelsorgeeinheit Sankt Ursula, er leitet den katholischen Kirchenchor Zunsweier und projektweise die Kantorei Sankt Ursula. Weil Weihnachten für die Christen beider Konfessionen ein hohes Fest ist "haben wir da auch eine gewisse Verantwortung, da muss der Rahmen sich auch ein bisschen abheben vom Üblichen".

Die Adventzeit sei ja eine Vorbereitungszeit, man schmücke das Haus, überlege was man am Abend koche, da gebe es auch von der Orgelliteratur und der Orgelregistrierung her gewisse Vorschriften, nicht die festlichen, glänzenden Register zu ziehen, sondern eher den Blick nach innen zu wenden. Gerade an Heiligabend sei das auch im Rahmen eines Gottesdienstes zu wählen, " man möchte ja das Neugeborene nicht erschrecken", schmunzelt der Musiker. Wenn dann das "Oh, du fröhliche" den Gottesdienst beschließe, dann dürfe die Freude auch in der Registerwahl Ausdruck finden.

Weihnachten sei für viele ein Sinnbild für eine glückliche Familienzeit, betont auch der evangelische Kirchenkantor Traugott Fünfgeld, zuständig für die Kinder-Jugendlichen- und Erwachsenenkantorei in drei evangelischen Offenburger Kirchengemeinden. "Viele Menschen haben das Glück, dass sie schöne Erinnerungen haben an Weihnachten, manche aber auch gar nicht." Weihnachten sei eine empfindsame Zeit, ob positiv oder negativ, die Musik, die da traditionell gespielt werde, sei deshalb auch sehr gefühlsbetont. Chorsätze wie das Weihnachtsoratorium von Bach oder das Weihnachtskonzert von Corelli gehörten deshalb zum Repertoire der Weihnachtszeit. "Man kennt so diese Hirtenmusik, dieses Wiegende in der Musik, das möchte man wahrscheinlich schon hören an Heiligabend", so Ketterer, am Weihnachtstag sei dann wieder eine strahlende Musik gefragt, "da ist Christ der Retter geboren, da stimmt man eher in das Gloria ein".

Ein Muss seien traditionelle Weihnachtslieder, bestätigen beide Kirchenmusiker. Im evangelischen Bereich seien "Fröhlich soll mein Herze springen" oder "Ich steh an deiner Krippe hier" stark verankert. Und ohne "Oh, du fröhliche" und "Stille Nacht, heilige Nacht" geht es in der Christmette nicht, man dürfe diese Lieder an der Orgel auch nicht zu sehr variieren, sondern spiele sie so, wie man es die letzten hundert Jahre gewohnt ist.

Bereits im Advent beginnen die Proben und Konzerte, manchmal wird schon im Sommer für Weihnachten geprobt. Felix Ketterer hat es sich zur Gewohnheit gemacht, früh anzufangen und sich Zeit zu lassen zum Üben, die Plakate zu organisieren und die Orgel stimmen zu lassen, denn in der letzten heißen Phase vor Weihnachten komme schnell mal was dazwischen, dann würde es kritisch. Am Fest reiht sich für ihn dann ein Konzert ans andere: Gottesdienst an Heiligabend, am ersten und zweiten Feiertag, in der Woche nach Weihnachten weitere. Da werde das gesamte Repertoire gespielt.

Für Traugott Fünfgeld ist die größte weihnachtliche Aktion bereits vorbei. Das Quempas-Singen am 4. Adventssonntag in der Stadtkirche ist der Hauptauftritt der Gruppenkantorei, auch in diesem Jahr ein beeindruckendes Erlebnis. An den Haupt-Weihnachtsfeiertagen träten die Chöre von Auferstehungsgemeinde, Stadtkirche und Erlösergemeinde in ihren Gemeinden auf, erst am zweiten Feiertag gebe es einen kirchenmusikalischen Gottesdienst in der Stadtkirche. Auch privat setzen sich die Musiker gern im Kreis der Familie ans Klavier, im Hause Fünfgeld musizieren sogar alle und singen in Chören mit. "Was uns von anderen unterscheidet, ist, dass wir Weihnachten nicht alleine begehen", erklärt der Kantor. Weihnachten werde im Team gefeiert mit Ortenauer Organisten, die in den Gottesdiensten spielen, im Gruppenkantorat mit mehreren Pfarrern und mit den unterschiedlichen Chören. Es sei ein besonderes Erlebnis in der Gruppe, mit allem, was da eine Rolle spiele. "Man geht in so einem Chorleben miteinander durch Dick und Dünn", so Fünfgeld, viele Dinge trage man miteinander, das merke man zu Weihnachten dann auch emotional.

Termine zur Kirchenmusik an Weihnachten unter http://www.kath-offenburg.de und http://www.bezirkskantorat-og.de