Offenburg

Bluttat beim Ortenberger Kreisel: Die Anklage lautet auf Mord

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 15. Januar 2019 um 14:56 Uhr

Offenburg

Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Offenburg verhandelt ab dem 1. Februar gegen ein Ehepaar wegen Mordes.

Den beiden Angeklagten wird vorgeworfen, im Mai 2018 das spätere Tatopfer B. unter einem Vorwand zum Ortenberger Kreisel gelockt zu haben, um es dort zu töten. Motiv soll gewesen sein, dass B. mit der Frau eine Beziehung über das Internet gepflegt habe; hierdurch habe sich der türkischstämmige Ehemann in seiner Ehre gekränkt gefühlt, so Rüdiger Moll, Sprecher des Landgerichts. Um seine Ehre wiederherzustellen und sich für die Schmach zu rächen, habe er mit seiner Frau den Entschluss gefasst, B. zu erschießen. Die Angeklagte habe sich mit B. zu einem nächtlichen Treffen auf einem Wirtschaftsweg zwischen Offenburg und Ortenberg verabredet. Als B. dort nichts ahnend erschienen sei, sei ihm der Angeklagte mit einer Schusswaffe gegenübergetreten und habe ihn nach einer Rangelei mit mehreren Schüssen getötet. B. verstarb noch am Tatort. Die Staatsanwaltschaft geht von einem heimtückisch ausgeführten Mord aus.

Zudem wird dem Angeklagten zur Last gelegt, nach seiner Verhaftung einen Mithäftling mit der Faust in das Gesicht geschlagen zu haben, dieser habe ein schmerzhaftes Hämatom erlitten. Der Angeklagte ist nicht vorbestraft. Er hat den gegen ihn erhobenen Vorwurf des Mordes abgestritten. Auch seine Ehefrau ist nicht vorbestraft. Sie hat sich zur Sache eingelassen. Beide befinden sich in Untersuchungshaft. Die Strafkammer hat wegen psychischer Erkrankungen der beiden Angeklagten einen psychiatrischen Sachverständigen hinzugezogen.

Das Gericht weist darauf hin, dass für die Hauptverhandlung "zur Gewährleistung der Sicherheit und Ordnung" spezielle Anordnungen getroffen wurden. So ist es den Zuhörern untersagt, Waffen und sonstige (gefährliche) Gegenstände mitzubringen. Ebenso dürfen keine Kameras, Smartphones, Laptops und ähnliche Geräte in den Sitzungssaal mitgenommen werden. Alle Besucher müssen sich einer Einlasskontrolle unterziehen.

Vorläufig sind 14 Verhandlungstage angesetzt.