"Damit sprechen wir eine klare Sprache"

ges

Von ges

Fr, 18. Juni 2010

Offenburg

Hauptausschuss gibt bis zu 40 000 Euro für Beseitigung von Farbschmierereien frei.

OFFENBURG (ges). Die Aktion "Stoppt illegale Graffiti" stößt fraktionsübergreifend auf Zustimmung: Das 2008 begonnene Programm zur Beseitigung von Schmierereien an öffentlichen Einrichtungen soll fortgeführt und jährlich mit 40000 Euro finanziert werden, so der einhellige Beschluss der Mitglieder des Hauptausschusses. Angelika Wald (Bündnis 90/Die Grünen) wünschte mehr genehmigte Flächen für legales Farbsprayen.

Wie am Dienstag bereits berichtet, sind Farbschmierereien und so genannte "Tags" auch in Offenburg immer häufiger anzutreffen. Die Täter bekritzeln die Wände, derzeit geradezu im Trend liege es, Laternenmasten mit Aufklebern zu versehen, führte Bernhard Schneider vom Fachbereich Bürgerservice und Soziales aus. Die Technischen Betriebe sind beauftragt, binnen fünf Tage die Schmierereien zu beseitigen. "Deutliche Verbesserungen" sieht Schneider an öffentlichen Gebäuden, auch wenn die Aktion nicht überall erfolgreich verlaufe. Wichtig sei, "mit Beharrlichkeit und konsequentem Handeln" einzugreifen, um das Stadtbild zu verbessern. Entscheidend sei, das Geschmier möglichst rasch zu entfernen: "Damit sprechen wir eine klare Sprache, dass wir das nicht wollen", unterstrich Bürgermeister Christoph Jopen das Konzept der Stadt.
Paul Litterst (CDU) bedauerte zwar die geringe Aufklärungsquote, fand es aber positiv, dass viele Schmierereien entfernt worden seien: "Die TBO arbeiten professionell", lobte er die Einsatztruppe vom städtischen Bauhof.

Jochen Ficht sprach von einem ersten Schritt, der sich auf das Stadtbild sehr erfreulich auswirke. Die Beschränkung auf öffentliche Gebäude sei hingegen bedauerlich: "Wir dachten auch an Privathäuser." In Abstimmung mit der Malerinnung war es für die TBO jedoch bislang nicht möglich, Aufträge für den Privatbereich zu erhalten. Angelika Wald freute sich über die klaren Spielregeln, die es jetzt gebe: "Das gefällt mir gut." Auch der Flyer mit Informationen zum Thema Graffiti stieß auf Zustimmung. Besser fände es die Fraktionsvorsitzende der Grünen allerdings, wenn im Rahmen der Aktion nicht von "illegalen Graffiti" die Rede sei, sondern von "Schmierereien". Damit werde der Sachverhalt besser getroffen und Graffiti nicht mit Schmiererei in einen Topf geworfen. Diesen Aspekt unterstrich Schneider: "Wir wollen keine unkritische Gleichsetzung von kunstvollen, legalen Grafftitis und den Schmierereien." Wald wünschte noch mehr öffentliche Wandflächen, die fürs legale Sprayen freigegeben sind, zumal die "Wall of Fame" an der Union-Rampe nur noch bis zum Beginn der Bauarbeiten bestehe. Auch würden die legalen Sprayer gerne dort ihrer Kunst nachgehen, wo sie gesehen werden. Die freigegebenen Flächen in Fahrradunterführungen liegen eher im Verborgenen. Sibylle Laurischk (FDP) begrüßte es, dass "ein Zeichen gegen schleichende Verwahrlosung" gesetzt wird. Hans Rottenecker (Freie Wähler) sprach von "gut angelegtem Geld".