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11. September 2017 13:36 Uhr

Das Salmengespräch vervielfältigt sich

OFFENBURG. Am Dienstag, 12. September, erinnert das 14. Salmengespräch ab 20 Uhr im Salmensaal, Lange Straße 52, an Artikel 3 der Offenburger Forderungen vom 12. September 1847. Darin geht es – passend zum 500-jährigen Reformationsjubiläum – um die Religionsfreiheit. Doch anders als zuletzt bleibt es nicht bei einer Veranstaltung. Der städtische Fachbereich Kultur strickt erstmals eine insgesamt vierteilige Veranstaltungsreihe darum herum.

Alle zwei Jahre feiert Offenburg sein demokratiegeschichtliches Erbe groß: die 13 Offenburger Forderungen des Volkes nach demokratischen Grundrechten vom 12. September 1847. Dann bietet sie zusammen mit vielen Freiwilligen ein Volksfest in Kostümen der Biedermeierzeit in und um den damaligen Versammlungsort, den Salmensaal. Um die Aktualität der Forderungen von 1847 zu überprüfen, findet im jährlichen Turnus ein Salmengespräch zu einer der 13 Artikel der Offenburger Forderungen statt. Dieses Jahr diskutieren die evangelische Oberkirchenrätin Cornelia Weber, Abdel-Hakim Ourghi, islamischer Theologielehrer an der PH Freiburg sowie der Philosoph Wilhelm Schmid aus Berlin, was genau Religionsfreiheit heute bedeutet. Auch angesichts der 24 Prozent der Bevölkerung in Baden-Württemberg, die keiner Kirche angehören, präzisiert die städtische Kulturchefin Carmen Lötsch bei der Vorstellung der neuen Reihe. Die Moderation am Dienstagabend übernimmt Ursula Nusser, Redaktionsleiterin von SWR 2 Forum. Laut Carmen Lötsch liegen für Dienstagabend bei freiem Eintritt bereits rund 250 Anmeldungen vor. Wer sich für die verbleibenden 25 Plätze interessiert, sollte sich schnell per E-Mail unter fb.kultur@offenburg.de anmelden, rät Carmen Lötsch.

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Den Auftakt zur neuen Veranstaltungsreihe im Salmen macht bereits am Vorabend, Montag, 11. September, 20 Uhr, das Querbeet-Singen mit Liedern für Freiheit und Demokratie. Mechtild Fuchs und Stefan Böhm münzen ihren beliebten Mitsing-Liederabend für jedermann und jedefrau auf den Geist des Salmen-Saals um (siehe BZ vom 6. September). Bei freiem Eintritt hoffen die beiden auf ein volles Haus bei ihrer Salmen-Premiere.

Als dritter Beitrag folgt am Mittwoch, 18. Oktober, 18.30 Uhr ein Podium zum Thema "Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung". Es handelt sich um eine Veranstaltung des Baden-Württembergischen Landtags, der mit seiner Gesprächsreihe "Wertsachen" über Land zieht, um für eine in Vergessenheit zu geraten drohende, von Toleranz geprägte Debattenkultur zu werben. Landtagspräsidentin Mutherem Aras geht dabei mit einem Grußwort vorneweg. Anschließend werben angehende und gestandene Journalistinnen und Journalisten sowie der Kabarettist Matthias Deutschmann für Artikel 5 unseres Grundgesetzes zur Pressefreiheit, die bereits in Artikel 2 der Offenburger Forderungen 1847 gefordert worden war.

Beschlossen wird die diesjährige Reihe am 9. November, 20 Uhr, mit dem traditionellen Gedenken der Stadt an die Schändung der Salmen-Synagoge 1938. Kulturbürochef Edgar Common richtet eine szenischen Lesung von Viktor Klemperers Tagebüchern ein, und Christian Kessler wird mit seinem Team Klemperers Ausgrenzungserfahrung durch die Nazis mit audiovisuell präsentierten Beispielen aus der Gegenwart kontrastieren.





Autor: Ralf Burgmaier