Der Hexenkalender ist prall gefüllt

Cornelia Weizenecker

Von Cornelia Weizenecker

Do, 17. Januar 2019

Offenburg

Beim Vorverkauf für die Großveranstaltungen Hexenball und Kappeobend gilt das Windhundprinzip, eine Abendkasse gibt es nicht.

OFFENBURG. Die Offenburger Hexenzunft hat ihren "Fasentkalender" vorgestellt. In den neun Wochen – von der Fasenteröffnung am Vorabend des Dreikönigstag bis zum Aschermittwoch – werden die Offenburger Hexen wieder ihren Schabernack treiben. Für Sven Schaller ist es das zweite Jahr in seiner Amtszeit als Zunft- und Hexenmeister. Neben erfahrenen Mitgliedern hat die Oberhexe nun einige neue Gesichter in seine Führungsriege geholt.

"Eine gute Mischung zwischen Erfahrung und jungen Köpfen stellt eine große Chance für die Zukunft dar", erklärt Schaller zu Beginn der Fasentkalender-Vorstellung. Die Offenburger Hexen, einst eine reine Männerdomäne, haben ihre Satzungsbeschränkung im Rahmen der jüngsten Mitgliederversammlung über Bord geworfen und öffnen sich nun auch für das weibliche Geschlecht. "Nicht nur für Ehefrauen, sondern für alle Frauen", betont der Zunftmeister.

Der nächste Termin im Fasentskalender der Hexen ist der 19. Januar. Dann beginnt nämlich der Vorverkauf in der Offenburger City für den Hexenball am Schmutzige Dunschdig, die beiden Kuchiobende und dem Kappeobend.

Eine Abendkasse wird es für die beiden Großveranstaltungen nicht geben. Es gelte wie immer das Windhundprinzip. Hörgeräte Friedrichs auf dem Fischmarkt dient wieder als offizielle Vorverkaufsstelle. Am 19. Januar werden sich Hexen, Hansele und Büttel unters Marktvolk mischen und auch ihre Souvenirs zum Kauf anbieten. Der mehr als 14 Meter hohe Hexenbesen, der am 14. Februar um 19 Uhr gestellt wird, soll den Menschen in der Stadt signalisieren, dass die Straßenfasent begonnen hat.

Zwei Tage danach steigt der Offenburger Narrentag. Auch die Hexenkuchi wird an diesem Tag ihre Kellertüren öffnen. Im Innenhof stellen die Hexen ein Zelt auf. Bereits einen Tag später wollen die Hexen ihre Schwesterzunft, die Althistorische Narrenzunft, bei ihrem Narrentreffen unterstützen. Mit den hauseigenen DJs – Sebastian Schaller und Patrik Schmid – wollen die Hexen die Kuchi und das Zelt im Innenhof einmal mehr zum Epizentrum des närrischen Treibens werden lassen. Ach ja. Bestimmt fallen den Narren dann auch die an Schnüren über die Straßen gespannten Bändel auf. "Bei einer großen Nähaktion haben wir im Sommer zu Schere, Nähmaschine und Bügeleisen gegriffen und neue Bändel genäht", berichtet Schaller. Aber nicht nur die Hexen, auch die Althistorischen haben neue Bändel gefertigt.

Den Hexenball erlebt der Besucher in einer aufwändig und schön dekorierten Halle, die mit kleinen, gemütlichen Bars und Ständen aufwartet. Natürlich werden die Hexen unter anderem auch wieder ihre Piratenbar mit nicht-alkoholischen Cocktails aufbauen. Hexenmeister Sven Schaller und seine Hexen erwarten auch in diesem Jahr ein gemischtes Publikum von jung (ab 18) bis alt. "Wir sind wie in jedem Jahr gespannt auf die tollen Kostümierungen", freut sich Stefan Konprecht, der ab sofort für die Öffentlichkeitsarbeit der Hexen zuständig ist.

Später am Abend erleben die Besucher den traditionellen Hexenspuk mit der Stempelung von meist prominenten Zeitgenossen. Der Verkauf des Hexengemüses steht wie üblich am Fasentsamstag auf dem Wochenmarkt auf dem Programm. Danach geht’s ins Rathaus zur Aktenvernichtung. Abends, zum "Kappeobend", werden zehn Gewölbekeller ihre Tore öffnen. Nur wer mit einem Pin ausgestattet ist, kommt in die Keller. Über einen QR-Code (auf Seite 37 im "Hexenspiegel" oder in der Hexen-App) finden die Besucher alle teilnehmenden Keller. Am frühen Morgen des "Schmutzigen" erwartet Schaller ab 6 Uhr viele Offenburger zur Daifi auf den Lindenplatz. Diese Taufe des Fasnachtskinds wird gemeinsam mit der Althistorischen Narrenzunft veranstaltet. Nach der Zeremonie ziehen die Zünfte weiter in Kindergärten und Amtsstuben.

"Gizzig-Rufe" ist für Sven Schaller eine prägende Kindheitserinnerung. Diese Traditionen am Fasnachtsmontag möchte der junge Vater weiter hoch halten. "Immer mehr Geschäfte beteiligen sich wieder", freut sich Konprecht auf diese Veranstaltungen für und mit Kindern. Die Verteilung des Hexenfraßes folgt am Dienstagnachmittag dann von den Balkonen in der City, rund um den Neptunbrunnen. Dass den Kindern ausschließlich die dort verteilten Schwarzwürste schmecken, davon sind die Hexen überzeugt.

Am närrischen Schlusstag, 5. März, wird bei Einbruch der Dunkelheit die Strohhexe verbrannt.