Offenburg

Die "Althistorische" wird 175: Größtes Narrentreffen seit 25 Jahren

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 16. Januar 2019 um 17:03 Uhr

Offenburg

Die Althistorische Narrenzunft Offenburg beruft sich auf 175 Jahre Zunftgeschichte. Groß gefeiert wird am 16. und 17. Februar.

"Bedauerlicherweise kennen wir den Tag null der Offenburger Fasnacht nicht": So schreibt Horst Junker, früherer langjähriger Zunftmeister der Althistorischen Narrenzunft, in seiner 1994 erschienenen Zunftchronik "Schelle, Schelle, Sechser". Bereits 1806 habe ein Bürgercorps einen Fastnachtsumzug durch Offenburg begleitet, allerdings sei den Besuchern das Tragen von Masken untersagt worden. Und bereits 1818 ist von einer "Narrencommission" die Rede, die einen Maskenball organisierte: Ob dies das wahre Gründungsjahr der "Althistorischen" ist? Darauf mag sie sich nicht festzulegen.

Wie bereits 1994, als das "150-Jährige"prächtig gefeiert wurde, beruft sie sich auf das Jahr 1844, als sich der "Narrenstaat am Kinzigangel" konstituiert und damit die organisierte Fasent in Offenburg in eine neue Phase tritt. Der "Narrenstaat", so Junker, "war kein neuer Verein. Er wurde lediglich als Neubeginn in Fortsetzung der früheren Narrengesellschaft verstanden." Der große Umzug am Fastnachtsmontag trug den Titel "Die Geburt des Hanswursts": Sie sollte den Neubeginn symbolisieren. Den Zug führte die "Ranzengarde" an, bis heute eine der Traditionsgruppen der Zunft. Und jetzt, 175 Jahre später, feiert sie erneut ganz groß – vielleicht größer denn je.

Hunderte von Mitgliedern sind dem Aufruf der Zunftoberen gefolgt, sich in den Dienst des Jubiläums zu stellen, das in vier Wochen steigt: Am Samstagnachmittag, 16. Februar, geht der traditionelle Offenburger Narrentag sanft in das große Narrentreffen über, an dem sich nicht nur die Zünfte aus der Gesamtstadt beteiligen, sondern auch 30 aus der "Landschaft Schwarzwald der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte". Tausende von Narren werden am Samstag und erst recht am Sonntag durch die Stadt ziehen. Ein erster Höhepunkt steigt bereits am Samstagnachmittag, wenn die Zimmerergilde Stockach beim Aufstellen eines 35 Meter hohen Narrenbaumes bestaunt werden kann. Nach einem Narrengottesdienst in der Heilig-Kreuz-Kirche und einem Narrenspiel vorm Rathaus wird das Narrentreffen offiziell mit einem Feuerwerk eröffnet. Bis um 2.30 Uhr kann auf einer eigens eingerichteten Festmeile gefeiert werden. Zwischen Marktplatz und Kesselstraße werden mehrere Zelte und Lauben aufgestellt. Hexenkeller und Narrenkeller werden geöffnet sein, außerdem zahlreiche Innenstadtlokale.

Am Sonntag geht das närrische Treiben abn 10 Uhr weiter. Nach Frühschoppenkonzert, Zunftmeisterempfang und "Klepperles"-Vorführung von bis zu 200 Kindern der Narrenzünfte Gengenbach, Haslach und Waldkirch setzt sich kurz vor 14 Uhr der große Umzug in Bewegung: "Fasentprofessor" Werner Mezger, Sonja Schrecklein und Matthias Drescher werden ihn fürs "Dritte" live moderieren. "Wir hoffen natürlich auf gutes Wetter", sagt Zunftmeister Thomas Decker, dann seien 25 000 Zuschauer wie 1994 nicht utopisch. Fürs Narrentreffen wurden "Bändele" produziert, Eintrittspins, die zum Zugang zu den Lauben und Zelten berechtigen, aber auch zum Besuch des Umzugs. Und wer sich intensiv mit der Geschichte und den Gruppen der Zunft beschäftigen will, kann für 3,50 Euro, den "Jubiläumsbott" (Hochglanzbroschüre) und für 7,99 Euro eine DVD erwerben.

Ansonsten gilt: Am sonstigen, üblichen Fasentprogramm wird kein Jota abgespeckt. Das gilt für die Kellerabende (nur noch für den dritten gibt es Karten) genauso wie für die Redoute am 24. Februar oder den Zunftball am 4. März.