Die Seelsorgeeinheit stellt sich dem Blick von außen

Barbara Puppe

Von Barbara Puppe

Fr, 08. Dezember 2017

Offenburg

Offenburg Sankt Ursula wird von Freiburger Team visitiert/ Pontifikalamt in Heilig-Kreuz und Empfang mit Weihbischof Gerber.

OFFENBURG (BZ). Zu einer Visitation kommen Weihbischof Michael Gerber sowie Stefanie Orth und Peter Zürcher vom Referat Visitation sowie Ordinariatsrat Wolfgang Müller für zwei Tage nach Offenburg. In dieser Zeit wird es Gespräche mit Verantwortlichen sowie den Gruppierungen geben, die durch ihr ehrenamtliches Engagement das Leben der Seelsorgeeinheit prägen. Visitiert werden auch das Kirchenbuchamt, die Sakristei Heilig Dreifaltigkeit, das Innenstadtpfarrbüro, der C-Punkt, das Haus des Lebens und der Jugendstammtisch. Die Visitation endet mit einem Gottesdienst und anschließendem Empfang im Mariensaal am Samstag, bei dem die Ergebnisse der Visitation in einem Feedback des Bischofs bekannt gegeben werden.

"Die Gemeinde bekommt Besuch aus Freiburg", wie Dekan Matthias Bürkle erklärt. "Vorher sortieren wir ein bisschen, räumen auf, wir zeigen aber auch, was wir zu zeigen haben und präsentieren unsere pastoralen Aktivitäten." Es sei auch eine Chance im Sinne von Inspiration oder auch Korrektur wenn mal jemand von außen hineinschaue, der den Vergleich mit anderen Seelsorgeeinheiten habe. Gleichzeitig sei es auch eine Chance für die Kirchengemeinde an die Bistumsleitung rückzumelden, was gelingt und wo Probleme bestehen. Das Visitationsteam besteht normalerweise aus dem Dekan und der Dekanatsreferentin oder dem Dekanatsreferenten. In den Seelsorgeeinheiten, die, wie es in Offenburg der Fall ist, ein Dekan selber als Pfarrer leitet, visitiert ein Weihbischof mit einem Team aus dem Ordinariat. Seit gut einem Jahr bereitet sich die Seelsorgeeinheit auf den Besuch aus Freiburg vor. In einem sogenannten Selbstbewertungsbericht wurden der aktuelle Stand zur Umsetzung der Pastoralkonzeption sowie weitere wichtige Kriterien für die pastorale Arbeit dokumentiert.

Dieser Bericht ist Grundlage des Visitationsberichtes, zu dem das Ordinariat Rückmeldungen und Empfehlungen für die weitere Arbeit in der Seelsorgeeinheit gibt. "Der Selbstbewertungsbericht, den wir im Vorfeld erstellt haben, ist bei den zahlreichen Aufgaben und Aktivitäten der Kirchengemeinde fast ein kleines Buch mit mehr als 100 Seiten geworden", so Diakon Oliver Fingerhut, der die Vorbereitungsarbeiten koordiniert und moderiert hat.

"Hier in Offenburg sprechen wir von 14 Pfarreien, die früher in drei unterschiedliche Seelsorgeeinheiten aufgeteilt waren mit ganz unterschiedlicher Geschichte und Tradition", verdeutlicht Bürkle: Offenburg- Nord, geprägt von den Kapuzinern, die lange im Klösterle waren, Offenburg-Ost, die Innenstadtpfarreien und die Pfarreien des Reblandes und schließlich Offenburg-Südwest, mit Albersbösch und den Ortschaften Zunsweier und Elgersweier. "Das alles zusammen zu bringen ist schwierig."

Nicht nur die Pfarreien gilt es in den Blick zu nehmen, zur Seelsorgeeinheit gehören auch zentrale Einrichtungen. Etwa das Haus des Lebens in Rammersweier, die Psychologische Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen, sowie die Vinzentiushaus Offenburg GmbH und das betreute Wohnen, wo die Kirchengemeinde mehr als 92 Prozent der Anteile hat, und die Arbeit dort mit verantworten muss. "Letztlich steckt natürlich auch die Frage dahinter, ob solche großen pastoralen Gebilde, wie eine Seelsorgeeinheit mit 14 Pfarreien und 26 000 Katholiken die Zukunft sein können", so Bürkle, ob das noch von einem Gremium und einem Pfarrer zu leisten sei, oder ob man in andere Richtungen denken müsse."

Von manchem müsse die Kirchengemeinde sich auch verabschieden, wie Bürkle klarstellt. Gemeindeteam, Pfarrgemeinderat und Stiftungsrat müssten sich fragen: "Was können wir nicht mehr machen, weil es sich tot gelaufen hat? Weil wir keine Mitarbeiter mehr haben? Weil es nicht mehr angenommen wird? Weil uns die Gläubigen fehlen? Wo gibt es aber auch Zeichen des Aufbruchs? Wo machen wir was Neues?"

Dazu nannte der Dekan als Stichwort die Abenteuerlandgottesdienste, die im vergangenen Jahr eingeführt wurden. In Zeiten, in denen die traditionellen Kirchenchöre sich schwer tun, gebe es auch im Bereich der Kirchenmusik neue Überlegungen und viele Aufbrüche mit Projektchören.

Heilige Messe anlässlich der Visitation, Samstag, 9. Dezember, 18.30 Uhr in der Heilig Kreuz-Kirche. Anschließend wird Weibischof Michael Gerber bei einem Empfang im Mariensaal Rückmeldung über seine Eindrücke bezüglich der Seelsorgeeinheit geben. Hierzu sind die Gemeinde, Mitarbeiter, Ehrenamtliche und Gäste herzlich eingeladen.