Lebensgefährliche Fahrt

Drei Flüchtlinge trotzen auf Güterzug von Italien nach Offenburg der eisigen Kälte

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 21. März 2018 um 16:40 Uhr

Offenburg

Eine lebensgefährliche Fahrt haben zwei Männer und eine Frau aus Nigeria hinter sich, die im Offenburger Güterbahnhof entdeckt wurden: Seit dem Start der Fahrt in Italien trotzten sie der eisigen Kälte.

Diesen Mittwoch gegen 6.10 Uhr meldete ein Lokführer der Bundespolizei, dass beim Zughalt im Güterbahnhof in Offenburg drei Personen gesichtet wurden, die sich vom Güterzug entfernten. Die Zugeinheit kam aus Italien und war auf dem Weg in Richtung Köln. Durch Einsatzkräfte der Bundespolizei und Landespolizei konnten drei nigerianische Staatsangehörige in unmittelbarer Nähe entdeckt werden. Die drei – zwei Männer und eine Frau – waren nach aktuellem Ermittlungsstand unter einem Sattelauflieger, welcher auf dem Güterzug transportiert wurde, mitgereist. Sie reisten auf diesem Wege zunächst unerkannt in das Bundesgebiet ein. Die Absuche des Güterzugs und die Überprüfung der Planen und der Container aus der Luft mittels Polizeihubschrauber führten nach bisherigem Ermittlungsstand zu keinen weiteren Feststellungen.

Die drei Flüchtlinge wurden versorgt und im Klinikum Offenburg ärztlich behandelt, da nicht auszuschließen war, dass sie infolge der mehrstündigen Zugfahrt ohne Witterungsschutz unterkühlt waren. Der Aufenthalt im Container stellt laut Polizei bei den aktuellen Witterungen "eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben dar". Alle drei stellten ein Asylersuchen in Deutschland. Sie wurden erkennungsdienstlich behandelt und im Anschluss der polizeilichen Maßnahmen an die Landesaufnahmestelle in Karlsruhe weitergeleitet.