OB-Wahl in Offenburg

Tobias Isenmann will Oberbürgermeister werden

Ralf Burgmaier

Von Ralf Burgmaier

Fr, 27. Juli 2018 um 00:00 Uhr

Offenburg

Tobias Isenmann will sich nach seinem Masterabschluss in Politikwissenschaft ganz auf den Wahlkampf konzentrieren. Der 29-Jährige stammt aus Offenburg und tritt ohne Partei an.

Der dritte Bewerber für den Chefsessel im Rathaus ist Tobias Isenmann (29). Der aus Offenburg stammende Kandidat für das höchste Amt in der Stadt will am 14. Oktober gegen Marco Steffens (CDU), den parteilosen Harald Rau, den die SPD und die Grünen unterstützen, sowie gegen einen vierten Bewerber antreten, der am Montag im Rathaus seine Unterlagen abgegeben hat. Dessen Identität hat der Bewerber selbst allerdings noch nicht öffentlich gemacht.

Tobias Isenmann ist in Albersbösch aufgewachsen und hat nach seiner Schulzeit am Grimmelshausen-Gymnasium seine Abiturprüfung abgelegt. Zum Studium der Politikwissenschaft und der Soziologie ging es zunächst nach Trier, wo er mit dem Bachelor abschloss. Seine Abschlussarbeit behandelt die Fortschritte der Demokratie in der Republik Kongo. Zum Masterstudium wechselte Isenmann anschließend nach Kiel. Dort will der parteilose Kandidat seine Masterarbeit zum Kaschmir-Konflikt zwischen Indien und Pakistan abschließen, um sich auf den OB-Wahlkampf zu konzentrieren. Das Thema seiner Masterarbeit hängt mit einem Praktikum zusammen: Im Auftrag der CSU-nahen Hanns Seidel Stiftung war Isenmann von Februar bis April 2017 für eine Praktikum in Pakistan. Dort kamen ihm auch seine nach eigenen Angaben sehr guten Englischkenntnisse zugute.

Bürgerbeteiligung ist ein Schwerpunkt

Auch wenn seine Abschlussarbeiten sich mit außenpolitischen Themen befassen, so sei die Kommunalpolitik ein weiterer Schwerpunkt seines Studiums und seines politischen Engagements. So habe er Seminare zur Partizipation, also zu Bürgerbeteiligungsprozessen und deren Nachhaltigkeit, besucht, in denen unter anderem Modelle zur Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an kommunalpolitischen Entscheidungen auch unterhalb der Ebene des Gemeinderats untersucht wurden.

Ein Schwerpunkt seiner Bewerbung ist deshalb nach eigener Aussage die Bürgerbeteiligung. Er kann sich einen Bürgerhaushalt vorstellen, bei dem die Offenburgerinnen und Offenburger selber Vorschläge machen, die von der Verwaltung transparent nach ihrer Machbarkeit eingestuft werden, bevor sie dem Gemeinderat zur Entscheidung vorgelegt würden. Bei Großprojekten will er die Offenburger von vorneherein stärker einbinden und eng mit den Ideen von Verwaltung und Gemeinderat verzahnen. So habe er es zum Beispiel schade gefunden, dass die durchaus gehaltvollen Pläne der Verwaltung zur Wilhelmstraßen-Umgestaltung erst nach Bürgerprotesten geändert wurden. Das habe Frustration auf beiden Seiten erzeugt, was durch frühzeitige Beteiligung hätte vermieden werden können.

Fehlende Verwaltungserfahrung gedenkt Isenmann, durch seine Erfahrungen in der Organisationssoziologie auffangen zu können. Zwei Jahre sei er in einer Werbagentur mit rund 100 Mitarbeitern für die Prozessoptimierung zwischen den verschiedenen Abteilungen zuständig gewesen.