Finanzspritze für Forschungsprojekt

E-Werk sponsort Schluckspecht

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 30. Januar 2009 um 12:26 Uhr

Ortenaukreis

Der Ausschuss des Ökologie- und Innovationsfonds des Elektrizitätswerks Mittelbaden hat der Hochschule Offenburg die Förderung des Projekts "Schluckspecht 4" zugesagt.

Damit unterstützt der regionale Stromversorger mit Hauptsitz in Lahr und Filiale in Offenburg die Studierenden mit 25 000 Euro. Bereits seit 2006 gehört das E-Werk Mittelbaden zu den Hauptsponsoren des erfolgreichen Fahrzeugs "Schluckspecht" der Hochschule Offenburg. Teamleiter Prof. Ulrich Hochberg freut sich über die erneute Finanzspritze: "Mit den Geldern des E-Werks Mittelbaden können wir die Bauarbeiten unseres straßennahen Fahrzeugs finanzieren, benötigte Spezialteile besorgen und somit die Entwicklungen weiter vorantreiben."
Im Mai soll der neu aufgelegte Schluckspecht sein Können auf dem Lausitzring beim Shell Ecomarathon unter Beweis stellen. Nachdem das Energiesparmobil beim Shell Eco-marathon im Jahr 2005 in der Kategorie Dieselfahrzeuge und 2008 in der Kategorie Brennstoffzelle jeweils den ersten Platz einfahren konnte, soll der "Schluckspecht"-Nachfolger mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle, die alternativ durch eine Batterie ersetzt werden kann, angetrieben werden. Ziel der angehenden Ingenieure ist es, das Elektrofahrzeug in der anspruchsvollen Wettbewerbskategorie "Urban-Concept", bei der vor allem Straßentauglichkeit gefordert ist, starten zu lassen.

Im Jahr 2010 soll mit den gesammelten Erfahrungen der Offenburger Studierenden das Fahrzeug so umgebaut werden, dass es wettbewerbsfähig ist. Der Antrieb erfolgt über Radnabenmotoren, die ihre Energie zunächst aus einer Wasserstoff-Brennstoffzelle im Hybridbetrieb beziehen. Dieses Brennstoffzellen-Konzept wurde bereits für das Siegerfahrzeug "Schluckspecht 3d" im Mai 2008 entwickelt. Weiterhin soll das Fahrzeug mit einer geplanten Höchstgeschwindigkeit von mindestens 80 km/h auf einen Betrieb mit Lithium-Ionen-Batterien umbaubar sein. Das Fahrzeug könnte demnach in weniger als 2 Sekunden von 0 auf 50 km/h beschleunigen, hätte eine Reichweite von mehr als 400 Kilometern – und seine Batterien könnten an einer normalen Steckdose in vier Stunden aufgeladen werden. Ein interessanter Nebeneffekt: Wenn der Zeitpunkt des Ladevorgangs vom Energieversorger mit beeinflusst wird (beispielsweise über das Internet), kann preiswerter Strom eingesetzt werden, wie er in Zeiten niedrigen Bedarfs zur Verfügung steht. Dadurch könnten Schwankungen in der Stromproduktion, wie sie zum Beispiel bei Windenergie naturgemäß immer entstehen, in gewissem Rahmen kompensiert werden.

Weitere Informationen unter http://www.schluckspecht.net