Ein Figurelli für die Sammlung der Stadt

Susanne Ramm-Weber

Von Susanne Ramm-Weber

Do, 19. Juni 2008

Offenburg

Kuratorin Gerlinde Brandenburger-Eisele erwirbt für die Stadt Offenburg ein Bild des Maleres Gianfranco Paolo Figurelli

OFFENBURG. Gerade ist im Artforum, der Galerie des Künstlerkreises, eine neue Ausstellung eröffnet worden, da zeigt die vorhergehende noch Nachwirkungen. Die städtische Kunstsammlung beherbergt neben dem Werk verstorbener Offenburger Künstler wie Hermann Sprauer oder Gretel Haas-Gerber Arbeiten überregional bedeutender Künstler wie Friedemann Hahn, Dieter Krieg oder Lothar Quinte. Ein besonderer Schwerpunkt der Sammlung liegt auf dem Schaffen hiesiger zeitgenössischer Maler und Bildhauer. Werke Ortenauer Künstler von Gabi Streile, Rainer Nepita, Rainer Braxmaier, Michael Blum oder Werner Schmidt markieren Positionen zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. Zuletzt war die Sammlung durch Schenkungen um ein Lichtkunstobjekt von Ruth Schnell und ein Bild von Gabi Streile erweitert worden. Nun hat sich die Stadt um ein Werk von Gianfranco P. Figurelli bemüht, das in der Künstlerkreis-Ausstellung Aufsehen erregt hat.

Das Werk ist 1999 entstanden und hat somit bereits eine Zeitspanne überdauert, was dem Bild aber nicht geschadet hat. Es wirkt frisch und vital. Es handelt sich um ein Werk aus einer Schaffensphase des Künstlers, die sich durch mosaikhafte Kleinteiligkeit auszeichnet und als abgeschlossen gelten kann.

Diese Malweise, so der 56-jährige Künstler, könne er schon deswegen nicht mehr anwenden, da die Augen zu sehr überanstrengt würden und das Kleinteilige nicht mehr so genau erfassen könnten.

Für die Kuratorin der städtischen Sammlung, Gerlinde Brandenburger-Eisele, ist ein wesentlicher Grund zum Ankauf eines Werkes dessen Position im Schaffen des Künstlers. Die Abgeschlossenheit der Phase ist hier wesentlich, ebenso wie die Tatsache, dass es sich um "ein überzeugendes Werk" (Brandenburger-Eisele) handele, das der Sammlung ein individuelles Gesicht gebe. Figurelli vertrete eine eigenständige künstlerische Position, die er sich im Verlauf vieler Jahre konsequent erarbeitet habe, äußert sich die Kuratorin auf Nachfrage der BZ.

Bei der gut besuchten Vernissage hatten sich Kulturdezernent Christoph Jopen und Museumsleiter Wolfgang Gall ebenfalls von der Qualität des Werkes, das übrigens keinen Titel trägt, überzeugen können. Am Freitag vorvergangener Woche übergab Figurelli das Bild seinen neuen Eigentümern.

Susanne Ramm-Weber