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21. März 2017

Ein neuer Ortenauer Weinkeller

Edeka Südwest investiert am Stammsitz Offenburg 15,6 Millionen Euro in einen Neubau für den OWK / 384 Winzer unter Vertrag.

  1. Mann mit viel Erfahrung und großen Erfolgen: OWK-Kellermeister Herbert Agradetti Foto: Archivfoto: Hubert Röderer

OFFENBURG. Seit 64 Jahren baut der Ortenauer Weinkeller (OWK) in Offenburg, eine hundertprozentige Tochter von Edeka Südwest, Weine aus der Region aus. Als mittlerweile zweitgrößter Weinerzeuger im Anbaugebiet Ortenau hat der OWK heute 384 Winzer mit einer Gesamtfläche von 450 Hektar Reben vertraglich an sich gebunden. Um die Abläufe zu optimieren und eine moderne Kellereitechnik einsetzen zu können, baut das Unternehmen unweit des bisherigen Standorts im Offenburger Westen eine neue Kellerei.

Da sage noch einer, Edeka Südwest werde Offenburg untreu – von wegen: Zwar hat der überregionale Lebensmittler, mit Stammsitz in Offenburg und rund 1900 Mitarbeitern, Anfang Februar öffentlich bekanntgegeben, dass er das neue Zentrallager in Rastatt bauen wird. Doch dies sei nicht mit einem Arbeitsplatzabbau am Stammsitz in Offenburg verbunden. An diesem Montag nun hat das Unternehmen mitgeteilt – auch das darf durchaus als Bekenntnis zum Traditionsstandort angesehen werden –, dass es in den kommenden Monaten auch in Offenburg viel Geld in die Hand nehmen wird, um eine Tochtergesellschaft technisch auf den neuesten Stand zu bringen, die in den vergangenen Jahren großes Renommee gewonnen hat. Der Ortenauer Weinkeller (OWK) erhält in unmittelbarer Nachbarschaft zum heutigen Sitz ein neues Domizil. In der Edekastraße 2 entsteht für 15,6 Millionen Euro eine neue, moderne Kellerei, mit der, wie es in einer Mitteilung heißt, "die angeschlossenen Winzerfamilien und wir für künftige Herausforderungen bestens gerüstet sind". Im Laufe der Zeit hätten sich Produktionsverfahren grundlegend verändert, und auch die Anforderungen an Kellereitechnik und Kapazitäten seien permanent gestiegen. Zum Start des Bauvorhabens findet am Freitag, 24. März, um 15 Uhr, der symbolische erste Spatenstich statt. Der Ortenauer Weinkeller stellt nach eigenen Angaben "preisgekrönte Weine in ausgesuchter Qualität und mit regionalem Charakter" her. In der Tat: Gerade in jüngster Vergangenheit hat der OWK vor allem bei der populären Landesweinprämierung des Badischen Weinbauverbandes mehrfach ausgezeichnet abgeschnitten. Der vorerst letzte große Erfolg: Im vergangenen November war der Ortenauer Weinkeller einer von badenweit lediglich 20 Ehrenpreisträgern. Zudem war er punktbester Ortenauer Betrieb – alles vor allem auch ein Verdienst des umsichtigen und bodenständigen langjährigen Kellermeisters Herbert Agradetti.

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Dass Edeka Südwest über ein großes Weinsortiment verfügt, ist vielen Weinfreunden bekannt, jenen zumal, die in einem der Märkte mit einem einzigen Einkauf gerne Weine von Ortenauer Betrieben wie auch von bundesdeutschen und internationalen Winzern kaufen. Deutlich weniger Weinliebhabern ist bekannt, dass Edeka Südwest über den Ortenauer Weinkeller selbst ein großer Weinbaubetrieb ist: Der OWK ist mittlerweile sogar der zweitgrößte Weinerzeuger in der Ortenau: 384 Vertragswinzer bewirtschaften eine Rebfläche von insgesamt 450 Hektar und liefern die Trauben nach Offenburg. Die Reben stehen genauso in der Ortenau wie im Breisgau, am Kaiserstuhl wie am Tuniberg. Mit der Winzergenossenschaft Friesenheim wurde vor einigen Jahren sogar ein Vollabliefervertrag geschlossen.

Der Ortenauer Weinkeller wurde 1954 von Willi Berg gegründet, dem damaligen Chef der einstigen Edeka Offenburg, aus der nach mehreren Fusionen der heutige Einzelhandelsverbund geworden ist.

Autor: Hubert Röderer