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19. Januar 2016

Ein vielfarbiges Offenburg ist keine Utopie

Das Projekt Share Arty integriert eine Vielzahl von Kulturen zu einem wahrhaft bunten Abend.

  1. Der Rapper Drive-By Foto: Heidi Ast

OFFENBURG. Ein wahrhaft buntes Programm im besten Sinne des Wortes haben die drei Offenburger Hochschulabsolventinnen Linh Nguyen (25), Sofia Sailer (26) und Laura Picciolo (27) bei ihrem Event "Share Arty" am Samstag im Offenburger KiK präsentiert.

Mit Künstlern unterschiedlichster Disziplinen, von der regionalen Rockband Abyssal Plain über den Rapper Drive-By, bis zur indischen Tanzgruppe Punjabi Dance oder den African Zumba Vaso, zeigten die drei jungen Frauen, wie viel Spaß es machen kann, Gutes zu tun. Calou Couleur, alias Yannik Franz und Tony Tuan Luong, steuern ihre live gemalte Urban Art für eine "stille Versteigerung" bei, die später noch stattfinden soll.

Durch Laura Picciolos Arbeit bei In Via, einem Jugendmigrationsdienst, nahm die Idee zu diesem Charity-Event Gestalt an. Als man dann dieses Projekt 2015 erfolgreich für eine Bachelorarbeit entwickelt hatte, war schnell klar: Es würde eine Wiederholung geben. Loretta Bös vom KiK unterstützte die Aktion nach Kräften, ebenso wie viele ehrenamtliche Helfer und Immigranten. Durch das KiK bewegt sich an diesem Abend ein buntes Völkchen aller Hautfarben und jeden Alters. Junge Immigranten aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und alteingesessene Offenburger trifft man hier ebenso, wie jede Menge Studenten und Dreadlock-Träger.

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Den Auftakt an diesem Abend machten Abyssal Plain aus der Ortenau mit schönem, an die 1970er angelehnten Synthesizer Rock: satte Klangteppiche und eine Gesangsstimme, die für Rockmusik recht klar ist und auch Ausflüge in die stimmlich höheren Regionen wagt. Das Gesamtpaket überzeugt.

Dann entführt Punjabi Dance, wenn auch ohne bonbonfarbene Kleidung kurz mal nach Bollywood und füllt die Tanzfläche. Anschließend lässt der Rapper Drive-By, unterstützt von einigen Kollegen die Hände nach oben fliegen. Das Publikum bleibt den ganzen Abend in rhythmischer Bewegung. "Das Leben ist ein Quizduell, manchmal bis du zu langsam und manchmal zu schnell." Was geht ab? In den Gängen des KiK gibt es viele Gespräche. Ehrenamtliche Unterstützer sind hier mit ihren Schützlingen, deren Asylanträge bereits bewilligt sind. Viele haben in rasant kurzer Zeit Deutsch erlangt. Der Abend bietet eine gute Möglichkeit, sich über Lebens- und Fluchtgeschichten zu unterhalten oder einfach nur gemeinsam den Abend zu genießen. Kuchenbuffet und die moderaten Getränkepreise im KiK tun ihr Übriges dazu.

Nach kurzer Umbaupause und einer Tombola, bevölkert die Afro Zumba-Gruppe "Vaso" mit über zehn Tänzern die Bühne und bringt den Saal zum schwitzen.

Höhepunkt vor der Afterparty ist die Show der Star-Wars Crew, die mit ihrer HipHop-Choreografie bereits 2015 beim Benefiz in der Nordwest-Halle für Begeisterung gesorgt hat.

Der Abend ist ein voller Erfolg. Die gesammelten Spenden kommen Freizeitangeboten für junge Immigranten zu Gute. In Via möchte mit Ausflügen ein Bild der neuen Heimat verschaffen, Mädchen können schwimmen lernen. Möglicherweise reicht es noch für ein Kochbuch mit Gerichten, die diese Flüchtlinge mit gebracht haben. "Du sollst deinen Weg gehen", rappt Drive-By.

Autor: Heidi Ast