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24. November 2015

Eine gute Idee alleine genügt nicht

Im Technologiepark Offenburg fand der regionale Vorentscheid des landesweiten Gründerwettbewerbs "Elevator Pitch" statt.

  1. Christian Atz (hinten Mitte) und sein Partner Jürgen Hübner holten sich den ersten Preis. Foto: elevator pitch

ORTENAU. Der baden-württembergische Gründerwettbewerb "Elevator Pitch" hat auf seiner Tour durchs Ländle im Rahmen des Gründertags im Offenburger Technologie-Park (TPO) Halt gemacht. Hier fand der vierte regionale Vorentscheid statt. Neun Jungunternehmer hatten die Möglichkeit, innerhalb von drei Minuten ihre Idee einer Jury mitzuteilen. Das Unternehmen "Heimatgummi" löste das Ticket zum Landesfinale im Sommer 2016.

Drei Minuten können lang sein. Die gesamte Zeit schöpften die Jungunternehmer aus der Region, die beim "Elevator Pitch", einer Kurzpräsentation, angetreten waren, ihre Geschäftsidee vorzustellen, selten aus. Nach zwei Sätzen war oft schon zu sehen und zu hören, was Sache ist. Neben dem Geschäftsmodell wurden zu 50 Prozent auch Rhetorik und Persönlichkeit bewertet. Die Jury – darunter Vertreter des Wirtschaftsministeriums des Landes, der Hochschule Offenburg und der Wirtschaft – achtete außerdem auf Kundennutzen und Marktrelevanz.

"Wer ist Ihre Zielgruppe? Wie kommen Sie an Kunden?", waren Fragen, die den einen oder anderen Jungunternehmer durchaus in Erklärungsnöte brachten. In einem Fall das unmissverständliche Urteil der Jury: "Die Idee ist gut, trägt sich aber nicht." Folgende Unternehmen stellten sich vor:

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Heimatgummi aus Lahr (2014 gegründet; Christian Atz und Jürgen Hübner): Erster Preis (1000 Euro) und Qualifikation für das Landesfinale 2016. Es handlt sich um Pop-Art-Kondome, die sich auch als bunte Souvenirs eignen. Ziel ist, 50 000 Kondome im Jahr zu verkaufen. Die Verpackung wird von regionalen Künstlern gestaltet. Die Kondommarke greift das Lokalkolorit touristisch geprägter Regionen (nicht nur den Schwarzwald) auf.
25 Tickets: Holte sich den zweiten Platz (500 Euro). Bei diesem Geschäftsmodell handelt es sich um eine Ticketplattform für kleinere und mittlere Hallensportvereine. Die Online-Buchungen würden Abendkassen entlasten, sagte Christian Kreft. Die Karten können zu Hause ausgedruckt oder von unterwegs per Smartphone reserviert werden. Als von den Zuschauern gewählter "Publikumsliebling" bekommt 25Tickets eine erneute Chance, ins Landesfinale einzuziehen.
Soccerpark Ortenau: Die Fußballgolf-Anlage in Dundenheim (eine Art großes Minigolfspiel mit Fußbällen) läuft bereits. Sie umfasst eine Spielfläche von über 25 000 Quadratmeter. Die Bahnen sind zwischen 30 und 180 Meter lang, die Gesamtstrecke beträgt 1,5 Kilometer. Manuel Armbruster und Yannick Harter erhielten den dritten Preis (500 Euro).
ESQM ist eine Qualitätsmanagement-Beratung in Renchen. Gründerin ist Eva Sachner: "Wir unterstützen kleine und mittlere Unternehmen bei der Einführung oder Anpassung eines Qualitätsmanagementsystems nach ISO 9001. Dabei übernehmen wir alle Aufgaben, von der Projektplanung bis zur Zertifizierung."
Finance Conflict Management: Christian Ackermann aus Offenburg hat ein Beratungsunternehmen im Bereich Finanzen gegründet und will Kunden Entscheidungssituationen transparent und verständlich machen.
H2GmbH: Die Firma aus Staufen engagiert sich in der dezentralen und nachhaltigen Energieversorgung, zum Beispiel in der Wasserstofftechnologie und Brennstoffzellentechnik. Die Idee, kurz gesagt:
Auto fahren mit Wasserstoff.
Mobiler Foodtruck: Zwei Einzelhändler und ein Architekt aus Ettenheim möchten die Arbeiter auf Baustellen mit frischen Lebensmitteln und kalt-warmen Getränken versorgen. Die Arbeiter könnten ja ihre Baustellen zum Vespern nur schwerlich verlassen.
Schwarzwälder Glückskind: Das Offenburger Unternehmen will Kindermode regional und biologisch nachhaltig unter der Marke "Ich bin ein Schwarzwälder Glückskind" herstellen.
Teambildung/Eventorganisation: Das Offenburger Gründerteam – Amelie Weber und Bastien Carlier – fördert im Rahmen einer Eventorganisation ganz besonders die Teambildung.

Info: Die dreiminütigen Pitchs werden im Internet auf Youtube zu sehen sein.

Autor: Harald Rudolf