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26. September 2017

Eine Nacht vor dem Schirm

Bei der LAN-Party am Freitag im Schiller-Gymnasium kamen Computerspieler auf ihre Kosten.

  1. 80 junge Menschen hatten in der Nacht von Freitag auf Samstag ihre Computer im Schiller-Gymnasium aufgebaut, um gemeinsam mit anderen Computerspiele zu spielen. Foto: Lisa Geppert

OFFENBURG. Das Offenburger Schiller-Gymnasium gehörte Freitagnacht den Computer-Freaks. An drei langen Tischreihen saßen insgesamt 80 junge Computerspieler. Computer, Bildschirm und Tastatur hatte jeder selbst mitgebracht.

"Am Anfang war es nur so eine Idee" erzählt Yannik vom Organisationsteam. "Die erste LAN-Party fand im Jahr 2015 mit 20 Teilnehmern in der Schulmensa statt. Und irgendwie ist es dann exponentiell gestiegen". Bei der mittlerweile vierten Auflage gibt es viermal so viele Teilnehmer. Nach der zweiten LAN-Party zogen die Spieler in den Schiller-Saal um – das Vertrauen der Schulleitung und die Unterstützung der Lehrer war ihnen sicher.

Als Informatiklehrer hat Marek Czernohous die Jungs in den vergangenen Jahren begleitet und Freiräume für selbstständiges Lernen geschaffen. Auch an diesem Abend ist er als Vertreter des Lehrerkollegiums die ganze Zeit im Schiller-Saal.Wie ist es für einen Lehrer auf einer LAN-Party?

"Ich finde das cool, gerade die Arbeit des Organisationsteams. Und dass wir sowas in der Schule machen dürfen, ist nicht selbstverständlich," sagt Czernohous. "Gerade die Netzwerktechnik, dass das alles funktioniert, darauf bin ich stolz." Tatsächlich ist die Technik nicht mal eben an einem Tag eingerichtet. Zumindest nicht, wenn sie so professionell ist wie das Netzwerk im Schiller-Saal. Bereits am Mittwochabend begann der Aufbau.

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Für die LAN im vergangenen Jahr hatte das Organisationsteam Glasfaserkabel durch die Decken der Schulräume verlegt. Durch diese ist eine schnellere Verbindung zum Internet möglich. Das ist bei 80 Spielerinnen und Spielern, die alle gleichzeitig auf das Internet zugreifen, das Wichtigste. Denn einige Spiele an diesem Abend werden über das Internet gespielt, andere laufen über das eigens eingerichtete LAN (siehe Infokasten). Zudem standen Teilnehmer und Besuchern der zwei Videospiel-Konsolen zur Verfügung, die von gemütlichen Sofas über einen Beamer auf der Leinwand gespielt werden konnten.

Bei so viel Technik musste auch die Stromversorgung organisiert werden: Die jungen Technikprofis bekamen dabei auch Unterstützung von Sponsoren, die Geräte und Kabel zur Verfügung stellten.

Über Kopfhörer und Mikrofon können sich die Teilnehmer während des Spielens austauschen. Das ist das eigentliche Kernstück einer LAN: Nicht Zuhause alleine vor dem Computer zu sitzen, sondern sich mit anderen zum Spielen treffen.

Kabel und Internetanschluss für die Computer – Brezeln und Limo für die Spielerinnen und Spieler. Auch Verpflegung für die Teilnehmer und Sofas als Ausruhmöglichkeiten waren vorhanden. Die LAN begann um 18 Uhr am Freitag und dauerte bis in die frühen Morgenstunden. Es blieb also genug Zeit zum Spielen an den Konsolen oder um als Team in einem der Turniere gegen ein anderes Team zu spielen. Anmelden konnten sich alle Interessierten Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren aus den Offenburger Schulen.

Auch Eltern und Lehrer kamen vorbei und ließen sich von den Schülern die Technik zeigen. Beim ersten Blick auf die langen Computerreihen sind die meisten erstaunt, ebenso über den niedrigen Geräuschpegel. Und so manchen juckte es sogar selbst in den Fingern.

INFO: Was bedeutet Lan?

LAN ist die Abkürzung für "Local Area Network", zu deutsch ein "lokal begrenztes Netzwerk". Dies bezeichnet mehrere durch Kabel und ein zentrales Gerät verbundene Computer, die über dieses Netzwerk Informationen unter austauschen können. Nach diesem Prinzip funktioniert auch das Internet. Doch während im weltweiten Netz unzählige Computer angeschlossen sind, sind es hier nur einige wenige – eben ein lokal begrenztes Netzwerk.  

Autor: lge

Autor: Lisa Geppert