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15. November 2017

Einmal mit den Wölfen laufen

Bei "Kids on the Ice" werden Talente für den EHC Freiburg entdeckt / Lob für die Eislaufhalle.

  1. Talent auf dem Eis: Der fünfjährige Luis im Sturm auf das Tor in der Offenburger Eislaufhalle, das bewacht wird von einem Freiburger Nachwuchsspieler. Foto: Julia Trauden

  2. Der kleine Silas mit dem Freiburger Profi-Spieler Fabio Frick Foto: Julia Trauden

OFFENBURG. Slalom fahren, in die Hocke gehen und den Hockeyschläger sicher über das Eis führen: Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren hatten am Samstag in der Eislaufhalle die Möglichkeit, mit den "Wölfen", den Eishockey-Profis vom EHC Freiburg, zu trainieren. Der Besuch des Vereins dient auch der Nachwuchsakquise – und es wird vermutlich nicht der letzte in der Eislaufhalle Offenburg sein.

Etwas zögerlich sehen die Schritte von Silas noch aus, der auf den gelben Tennisball auf der Eisfläche zusteuert. Kurz vor dem Ziel holt er mit dem Schläger aus, um den Spielball in Richtung Tor zu befördern, verliert dabei das Gleichgewicht – und fällt. Aber der blaue Helm, die gefütterte Jacke und die Schneehose federn seinen Fall ab – wenige Sekunden später steht der kleine Mann wieder auf den Kufen, um auf Torjagd zu gehen.

Bei "Kids on Ice", wie sich das Kinder-Training mit den Spielern vom Proficlub aus Freiburg nennt, spielen die ganz Kleinen und weniger Erprobten, wie Silas, mit den EHC-Jungs auf einem abgetrennten Spielfeld mit kleinen Toren; statt eines Pucks verwenden sie einen leichteren Tennisball. Diejenigen, die schon sicherer auf dem Eis sind, üben sich auf der anderen Seite der Eisfläche im Slalom, ducken sich unter Hindernissen weg und versuchen, den Puck an den Nachwuchsspielern vom EHC Freiburg vorbei ins Tor zu schießen.

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Ziel ist es, die Kinder spielerisch an das Eislaufen und Eishockey heranzuführen. Bei den Kleinen gelingt das noch gut, weiß Profi-Spieler Fabio Frick: "Die haben keine Angst, die haben einfach Lust drauf". Er selbst habe mit acht Jahren mit Eishockey angefangen, was schon "relativ spät" sei; seit einem Jahr spielt der 18-Jährige mit der Freiburger Profi-Mannschaft in der zweiten Liga.

Kinder für den Eishockey-Sport zu begeistern und sie, wie Fabio Frick, eventuell mit in die Profi-Liga zu nehmen, das sei das Hauptziel der Aktion "Kids on Ice", erklärt Nachwuchsleiter Toni Klein. Seit eineinhalb Jahren investiere der Verein gezielt in die Nachwuchsgewinnung, veranstaltet Schaulaufen und Probe-Trainings in Eishallen und auf Weihnachtsmärkten in ganz Baden-Württemberg. Auf der Eisfläche auf dem Offenburger Weihnachtsmarkt habe er mit seinen Jungs 2016 schon einmal ein Schaulaufen gemacht, das auf sehr gute Resonanz gestoßen sei: "Viele Kinder sind danach zu uns gekommen und haben gesagt: Ich will das auch können."

Der Nachwuchsleiter hofft darauf, dass auch bei "Kids on Ice" in der Offenburger Eislaufhalle bei einigen die Begeisterung für den Sport geweckt wird. "Wenn drei oder vier Kinder am Eishockey hängen bleiben, dann hat sich der Aufwand gelohnt", sagt er. Aktuell seien in der 125-köpfigen Nachwuchsabteilung des Vereins zehn Spieler aus der Ortenau.

Ein junges Talent, dass sich bald zu ihnen gesellen könnte, hat der Nachwuchsleiter bei "Kids on Ice" bereits entdeckt: den fünfjährigen Luis, der auf dem Eis nicht nur wegen seiner Ausstattung mit Knieschonern, Helm und Kinnschutz, Schulterpolstern und einem Trikot des tschechischen Eishockeystars Jaromir Jagr eine gute Figur macht. Luis ist unermüdlich; eineinhalb Stunden lang bewegt er sich auf dem Eis, saust sicher er um die schwarzen Slalomhütchen auf das Tor zu, das die Nachwuchsspieler vom EHC Freiburg bewachen, und bugsiert einige Pucks an ihnen vorbei ins Netz. "Den hat’s schon gepackt, das Feuer", sagt Toni Klein und lacht: "Der muss heute unbedingt noch den Vertrag unterschreiben".

Aber nicht nur wegen Talenten wie Luis hat der Nachwuchsleiter sich vorgenommen, mit der Aktion "Kids on Ice" wieder einmal nach Offenburg zu kommen: "Die Eislaufhalle hier ist einfach super", sagt er, "und die Resonanz ist toll. Das müssen wir wiederholen."

Autor: Julia Trauden