Es geht immer um körperliche Präsenz

Robert Ullmann

Von Robert Ullmann

Do, 13. Dezember 2018

Offenburg

Die Schultheatertage 2019 finden früher statt: Anmeldeschluss ist am Samstag, 15. Dezember.

OFFENBURG. Die Offenburger Schultheatertage finden in Zukunft deutlich früher statt als bisher. Die Ausgabe 2019 ist für die Zeit vom Mittwoch, 6. Februar, bis Freitag, 8. Februar 2019, terminiert. Der frühere Termin kommt insbesondere den Grundschulen entgegen. Bislang hatten die Schultheatertage stets kurz nach dem Abitur stattgefunden. Wegen des früheren Termins ist der Anmeldeschluss jetzt Samstag, 15. Dezember.

Die Kurse wenden sich wie stets an Grundschulen sowie an die Unterstufen, Mittel- und Oberstufen der weiterführenden Schulen. Das Angebot, insgesamt 15 Kurse, ist vielschichtig. Mit Peter Heidler aus Sasbach können Dritt- und Viertklässler eine Trommel bauen und lernen anschließend, sie zum Klingen zu bringen. Andere Grundschüler entwickeln über Sprechen, Standbilder, Rhythmus und Bewegung ein Bilderbuch zu einem Theaterstück. Für die Unterstufe gibt es unter anderem eine Einführung in den Zeitgenössischen Tanz oder – nicht minder spannend – Theater ohne Text, das sich ausschließlich über Bewegung und Körperausdruck mitteilt. Der bekannte Ortenauer Tenor Patrick Labiche beschäftigt sich in seinem Kursangebot mit der Stimme und wie über sie Gefühle ausgedrückt werden, zugleich geht es um Stimmbildung und das harmonische Zusammenführen von Stimmen. Stockkampf und die Philippinische Kampfkunst Kali werden mit Tanz, Theater und/oder Hip Hop verbunden. In Kursen für die Mittel- und Oberstufe geht es um Improvisationstheater um körperliche Präsenz. "Wobei sich das Thema Präsenz durch alle Kurse durchzieht", erläutert Jo Prasser, der die Schultheatertage 1991 initiierte. Der einstige Rektor der Anne-Frank-Schule ist mittlerweile im Ruhestand, arbeitet jedoch nach wie vor im Organisationsteam mit.

"Damals ging es darum, das Schultheater von seiner Textlastigkeit zu befreien", erinnert sich Prasser. Die schauspielernden Schüler auf der Bühne habe er häufig als "Textständer" empfunden, als Darsteller, für die Texthersagen im Vordergrund gestanden habe. Er habe damals durch Kurse bei Schauspielern und Schauspiellehrern erfahren, dass sinnvolle Theaterarbeit zunächst den Körper ins Zentrum nimmt. Prasser: "Die Idee war, den Schülern über die Körperarbeit nicht nur die unterschiedlichen Formen des zeitgemäßen Theaters erfahren zu lassen, sondern auch zur Auseinandersetzung mit der eigenen Körperlichkeit beizutragen, wegzukommen von der rein intellektuellen Beschäftigung mit einem Text einer Theaterfigur." Dass dies gelungen ist, zeigen die durchweg guten Theateraufführungen im Schulbereich.

Etliche einstige Schüler, die früher als Teilnehmer bei den Offenburger Schultheatertagen mitmachten, sind im Februar 2019 wieder dabei – diesmal als Kursleiter. Dazu gehören unter anderem Caroline Scheringer, Hannah Prasse, Josefine Bröckelmann oder Miriam Lemdjadi. Ein Teil der Kurse sind klassenweise buchbar, insbesondere die für die Mittel- und Oberstufe wenden sich an interessierte Einzel-Schüler, unabhängig vom Klassenverband. Die Anmeldung ist sowohl schriftlich per Fax sowie elektronisch per E-Mail möglich.

15. Offenburger Theatertage: Mittwoch, 6. Februar, bis Freitag, 8. Februar. Abschlussveranstaltung: Freitag, 8. Februar, ab 13 Uhr, in der Reithalle. Anmeldung oder Anfragen per E-Mail: paulbarone@junge-theaterakademie-offenburg.eu oder per Fax: 0781/970 62 90 (für Gymnasien und Berufliche Schulen) sowie per E-Mail ele.pr@gmx.de oder per Fax: 0781/921- 377 (für Grund-, Werkreal- und Realschulen), Anmeldeschluss: Samstag, 15. Dezember. Weitere Informationen zu den Theatertagen unter http://www.schultheatertage-offenburg.eu