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02. März 2011
"Es ist die richtige Entscheidung"
BZ-UMFRAGE zum Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg.
OFFENBURG (obe). Der Rücktritt Karl-Theodor zu Guttenbergs von seinen Ämtern hat auch in Offenburg klare Reaktionen ausgelöst. Wir fragten nach bei Vertretern aus Wissenschaft und Politik:
Prof. Winfried Lieber, Rektor der Hochschule Offenburg: "Als Vertreter der Wissenschaft bin ich froh, dass mit dem Rücktritt des Ministers die stattgefundene Vermischung von politischer Glaubwürdigkeit und der Wertigkeit von wissenschaftlichem Arbeiten nun für jeden erkennbar so beendet ist, dass Fehlverhalten kein Kavaliersdelikt ist. Der Rücktritt verdient Anerkennung, denn er setzt mit Blick auf die Konsequenzen bei wissenschaftlichen Betrugsfällen ein weithin sichtbares Zeichen in unserer Gesellschaft."
Frank Scherer, Landrat des Ortenaukreises: "Es ist die richtige Entscheidung, denn für Minister müssen mindestens die gleichen Maßstäbe gelten wie für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, zumal Minister eine Vorbildfunktion haben."
Volker Schebesta, Landtagsabgeordneter (CDU): Minister zu Guttenberg hat sich hohes Ansehen in der Öffentlichkeit und bei den Soldaten der Bundeswehr erworben. Er hat großen Einsatz gezeigt und gute Arbeit geleistet. Im Zusammenhang mit seiner Doktorarbeit hat er Fehler begangen. Ich habe großen Respekt vor seiner persönlichen Entscheidung, vom Amt als Verteidigungsminister zurückzutreten. Der Union wird er als führender Politiker auf Bundesebene fehlen.
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Sibylle Laurischk, FDP-Bundestagsabgeordnete, ist "nicht wirklich überrascht" vom Rücktritt. Es habe ja zuletzt auch aus Reihen der CDU kritische Stimmen gegeben. Die Entscheidung sei zu respektieren. Als Vorsitzende des Familienausschusses des Deutschen Bundestags liege ihr daran, dass die Bundeswehrreform als Prozess in Gang bleibt. Schließlich hänge damit direkt auch das weitreichende Thema Zivildienstreform zusammen. Der Nachfolger oder die Nachfolgerin zu Guttenbergs werde sich da erst einmal einarbeiten müssen.
Elvira Drobinski-Weiß, SPD-Bundestagsabgeordnete, sagt ebenfalls: "Das war überhaupt nicht überraschend, er hätte es schon längst machen müssen." Was sie überhaupt nicht verstanden habe sei, dass ein Großteil der Bevölkerung für den Schwindel auch noch Verständnis gehabt habe. "Was ist denn schlimm, wenn nicht das?" Vor einigen Tagen habe sie zu Guttenberg noch persönlich getroffen, "schon da sah er sehr mitgenommen aus". Beendet ist für Drobinski-Weiß der Fall Guttenberg nicht. Wie es bisher mit der Wahrheit gehalten wurde, sei fraglich. "Ich bin überzeugt, dass da noch mehr rauskommt."
Autor: obe
