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11. Mai 2010
Feuerwehrnachwuchs: „Alles macht Spaß hier“
Bei der 24-Stunden-Schicht für Feuerwehrnachwuchs blieb zum Bedauern einiger alles Simulation.
OFFENBURG. Fabio Schüly scheint kein bisschen müde zu sein. Der kleine Feuerwehrmann, gerade mal zehn Jahre alt, hat bereits zwölf Stunden Dienst hinter sich. Er gehört zu den 16 Kindern und Jugendlichen, die am Samstag eine 24-Stunden-Schicht hatten – so wie sie richtige Berufsfeuerwehrleute durchstehen müssen.
Papa Karlheinz Schüly ist stellvertretender Feuerwehrkommandant in Zunsweier und natürlich das große Vorbild. Vier Einsätze hat der 10-Jährige nun hinter sich: Der Containerbrand am Bauhaus zu Beginn des Einsatzes, dann der Fehlalarm um die Mittagszeit, die Ölspur auf der alten Marlener Landstraße und dann der Mülleimerbrand vor dem Offenburger Rathaus am Nachmittag. Längst nicht genug für Fabio. Freizeit ist nun für den Feuerwehrnachwuchs angesagt. Doch Fabio findet das langweilig. "Nachts kommen die meisten Einsätze", hofft der Junge, dass die Nachtstunden noch aufregender werden. Feldbetten sind in der Offenburger Wache aufgebaut. An Schlafen denkt der kleine Feuerwehrmann nicht. "Seit 2003 machen wir diesen 24 Stunden Einsatz für unsere Feuerwehrjugend", sagt der Leiter der Jugendfeuerwehr, Sebastian Huber. Hauptberuflich ist er bei der Ortenau-S-Bahn beschäftigt. Und obwohl Huber im nächsten Monat heiratet und mitten in den Hochzeitsvorbereitungen steckt, lässt es sich der Leiter der Jugendfeuerwehr nicht nehmen, dabei zu sein. Insgesamt betreuen zehn Jugendleiter ehrenamtlich den Feuerwehrnachwuchs.Werbung
"Alles macht Spaß hier", betont auch der 14-jährige Fabian Fischer. Selbst über den anstrengenden Hofsport am Nachmittag – Liebestützen und Kniebeugen – klagt der Junge aus Elgersweier nicht. Beim Containerbrand durfte er ein Standrohr setzen, erklärte er immer noch begeistert. Auch drei Mädchen sind bei diesem 24 Stunden Einsatz dabei. Die würden richtig anpacken und seien kein bisschen zickig, sagt Fabian – und das ist wohl ein dickes Lob.
"Die Ölspur zu entfernen war anstrengend", erzählt der 16-jährige Maximilian Reinhardt aus Waltersweier. An Disco denkt der Gymnasiast vorerst nicht. Feuerwehr geht vor. Was seine Klassenkameraden über sein Engagement bei der Feuerwehr denken? "Die tolerieren es, wie jeden anderen Verein auch", sagt er. Besonders angesehen sei es allerdings nicht. Der richtige Feuerwehrnotruf bleibt ruhig an diesem Tag. Nur ein Fehlalarm, "Öl auf Gewässer am Mühlbach", kommt an diesem Tag in der Notrufzentrale an.
"Der Ernstfall ginge selbstverständlich immer vor", erklärt Nico Schade, der Einsatzleiter. Gemeinsam mit den anderen Jugendleitern hat er eine Gartenhaus-Attrappe in der Nähe des Königwaldssee gezimmert. Das soll gegen Mitternacht lichterloh brennen. Der Höhepunkt der 24 Stunden Schicht. "Danach ist Bettruhe angesagt", schmunzelt Schade. "Dieser Einsatz wird der einzige heute Nacht bleiben", betont Huber. Aus Rücksicht auf die ganz kleinen Feuerwehrleute, damit die etwas zur Ruhe kommen. Energiebündel Fabio wird da wohl nicht mitspielen.
Autor: Cornelia Weizenecker
