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17. Juni 2010

Fit für den Arbeitsmarkt auf beiden Seiten des Rheins

Die Gewerbeakademie der Handwerkskammer zeigt zusammen mit ihrem französischen Partner, wie sie interkulturell geschulte Mitarbeiter ausbildet.

  1. Gruppenbild (von links): Paul Baier, Yves Munsch, Leiter AFPA Straßburg, Martine Calderoli-Lotz vom Regionalrat, Dominique Schwach, Philippe Caila und Werner Gmeiner. Foto: Gertrude Siefke

OFFENBURG. Grenzüberschreitende Weiterbildung: Seit November 2009 vermitteln die Gewerbeakademien in Offenburg und Schopfheim französischen Fachkräften deutsche Berufsgrundlagen und bieten Deutschkurse an. Die Teilnehmer sind Buchhalter, Sekretärinnen, Maler, Maschinenbediener, industrielle Wartungstechniker sowie Elektriker und werden für ihre Aufgaben in deutschen Firmen im Elsass fit gemacht. Jetzt besuchte der Generaldirektor der AFPA Frankreich, Philippe Caila, die Offenburger Bildungseinrichtung des Handwerks und machte sich vor Ort ein Bild.

Handwerkskammer-Präsident Paul Baier betonte, dass man mit dieser Ausbildung der Fachkräfte den deutschen Betrieben, die im Elsass Niederlassungen unterhalten, zur Seite stehen wolle: "Wir sehen das vor allem als Service für unsere Unternehmen." Denn das gut geschulte Personal verfüge damit nicht nur über das Wissen auf französischer Seite, sondern kenne auch die Besonderheiten und Gepflogenheiten östlich des Rheins. Gerade in Sachen Lohn, Steuern und technische Details gibt es in Frankreich und Deutschland deutliche Unterschiede. Das grenzüberschreitende Projekt, an dem sich demnächst auch die Gewerbeakademie in Freiburg beteiligen wird, finanziert der elsässische Regionalrat. Ausführende Einrichtung ist das französische Weiterbildungsinstitut AFPA (Association nationale pour la formation professionelle des adultes) im Elsass. Zunächst werden die Teilnehmer an den Einrichtungen in Straßburg, Mulhouse und Colmar geschult, danach kommen sie an die Gewerbeakademien und lernen auf deutscher Seite die Feinheiten. "Dieses Personal kann dann ohne weiteres in deutschen Firmen im Elsass arbeiten", versicherte der Geschäftsbereichsleiter Berufliche Bildung, Werner Gmeiner.

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Bis jetzt wurden 33 Männer und Frauen an der Gewerbeakademie ausgebildet, 31 weitere sitzen in den Startlöchern. Die Zusammenarbeit mit der AFPA besteht über den Interregionalleiter Dominique Schwach schon seit 14 Jahren und wurde im vergangenen Jahr mit dem Start des neuen Modells aufgefrischt.

Die Gewerbeakademien verhandeln derzeit mit der Agentur für Arbeit, ob nicht auch deutsche Fachkräfte einen Anreiz erhalten könnten, sich entsprechend fortzubilden, um dann im Gegenzug auch im Elsass arbeiten zu können. Gmeiner unterstrich, dass tatsächlich ein enormer Nachholbedarf bestehe, deutsche Kräfte für den französischen Arbeitsmarkt fit zumachen.

AFPA-Präsident Caila nutzte am Mittwoch die Gelegenheit, in Offenburg mit den französischen Teilnehmern ins Gespräch zu kommen. Begleitet wurde er von Abgeordneten des Regionalrats.

Autor: Gertrude Siefke